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FAQ Spirituelles Heilen

Planchette (Esoterik)

Die Planchette ist ein Hilfsmittel des Spiritismus, das beim Aufzeichnen von Botschaften aus dem Jenseits oder Unbewussten eine technische Hilfestellung bieten soll.

Die ursprüngliche Form der Planchette entstand in Frankreich zwischen 1853 und 1856 und wurde seit 1868 zu einem großen Verkaufserfolg in den USA, wo das Gerät durch einen Spielzeughersteller über den Buchhandel vertrieben wurde. Es handelt sich um ein quadratisches oder ovales Brett, das auf zwei Rollen steht und als drittes Standbein einen Schreibstift benutzt, der mit der Spitze nach unten durch ein Loch in dem Brett geführt und darin durch eine Klemm- oder Schraubvorrichtung befestigt ist. Der Anwender — ein Medium oder Proband — stellt die Planchette auf ein Blatt Papier, legt die Hand auf das Brett und versetzt es durch leichte Bewegungen ins Gleiten, so dass eine Schreibspur auf dem Blatt entsteht, die seinem Blick während des Schreibvorgangs durch das Brett entzogen ist. Der Zweck besteht darin, auf dem Papier eine Schrift entstehen zu lassen, die möglichst wenig durch bewusst kontrollierte Handbewegungen des Anwenders gesteuert ist.

Die Planchette wurde nicht nur für spritistische Zwecke und für Gesellschaftsspiele verwendet, sondern soll auch für psychologische Experimente und von Dichtern wie Marinetti für literarische Experimente mit „Automatischem Schreiben“ eingesetzt worden sein.[1]

Die Erfindung der Planchette wird von Lewis Spence einem angeblichen französischen Spritisten namens „M. Planchette“ zugeschrieben, tatsächlich dürfte der Name jedoch einfach darauf zurückzuführen sein, dass planchette das französische Wort für „Brettchen“ ist.

Des Weiteren bezeichnet die Planchette auch den meist herzförmigen Zeiger des Ouija-Brettes, der manuell auf bereits vorgefertigte Buchstaben, Zahlen oder ganze Wörter gelenkt wird.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Marc S. Micale, The Modernist Mind: A Map, in: ders. (Hrsg.), The Mind of Modernism: Medicine, Psychology, and the Cultural Arts in Europe and America, 1880 – 1940, Stanford University Press, Stanford 2004, S. 1-19, S. 15, vgl. auch Lawrence Rainey: Shock Effects: Marinetti, Pathology, and Italian Avant-Garde Poetics, ebenda S. 197-213

Literatur[Bearbeiten]

  • Lewis Spence: An Encyclopaedia of Occultism. Routledge, London 1920; Repr. Courier Dover Publications, Mineola (N.Y.) 2003, S. 324-325

Weblinks[Bearbeiten]



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Johanna Paungger Poppe

Johanna Paungger Poppe (* 10. November 1953 in Walchsee, Tirol) ist eine österreichische Autorin von Ratgebern zu Mondrhythmen und Mondkalendern. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Co-Autor Thomas Poppe hat sie bisher elf Bücher und weitere Kalender verfasst. Paungger Poppe leitet Gesundheitsseminare, hält Vorträge zum Thema „Mondeinfluss auf Mensch, Tier und Natur“ und ist Kolumnistin bei der Kronen Zeitung und beim Frauenmagazin Madonna Wien. Derzeit lebt sie mit ihrem Ehemann und ihren Kindern in White Plains (New York).

Leben[Bearbeiten]

Johanna Paungger Poppe (geb. Koller) kam am 10 November 1953 in Walchsee, Tirol zur Welt, als siebtes von 12 Kindern einer Tiroler Bergbauernfamilie.[1] 1988 lernte sie den Autor Thomas Poppe kennen, mit dem sie ihr erstes gemeinsames Buch „Vom Richtigen Zeitpunkt“ publizierte.

Über Natur- und Mondrhythmen[Bearbeiten]

Themen des Autorenpaars Paungger/Poppe sind nach eigenen Angaben überlieferte Tiroler Bergbauerntraditionen. Sie beschäftigen sich überwiegend mit dem Zusammenhang von Haareschneiden, Bäume pflanzen, Holzarbeiten, [medizinischen] Operationen und dem Einfluss der Mondphasen und dem Stand des Mondes im Tierkreis auf diese Tätigkeiten.

Werke[Bearbeiten]

Werke von Paungger & Poppe haben sich mehr als 14 Millionen mal verkauft und wurden in 24 Sprachen übersetzt.[2]Publikationen:

  • Vom richtigen Zeitpunkt: Die Anwendung des Mondkalenders im täglichen Leben. München: Hugendubel Verlag, 1996. ISBN 3517085375
  • Aus eigener Kraft: Gesundsein und Gesundwerden in Harmonie mit Natur- und Mondrhythmen. München: Goldmann Verlag, 1993. ISBN 3442139724
  • Alles Erlaubt!: Zum richtigen Zeitpunkt; Ernährung und Körperpflege in Harmonie mit Mond- und Naturrhythmen. München: Goldmann, 1998. ISBN 3442169097
  • Die Mondgymnastik: Sanfte Übungen für natürliche Gesundheit im Wellenschlag von Mond- und Naturrhythmen. München: Goldmann, 2003. ISBN 3442165709
  • Der Mond im Haus: Renovieren, Hausbau, Holzverarbeitung zum richtigen Zeitpunkt. München: Goldmann, 2001. ISBN 3442162785
  • Das Mondlexikon: Vom richtigen Zeitpunkt. Kreuzlingen: Hugendubel, 2000. ISBN 3442150728
  • Der lebendige Garten: Gärtnern zum richtigen Zeitpunkt – in Harmonie mit Mond- und Naturrythmen. München: Goldmann, 2004. ISBN 3442170230
  • Fragen an den Mond. München: Goldmann, 2011. ISBN 3442391881
  • Das Tiroler Zahlenrad – Das Geheimnis unserer Geburtszahlen. München: Goldmann, 2010. ISBN 3442170893
  • Das Buch der Lebenschancen. München: Gräfe & Unzer, 2010. ISBN 3833818719

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paungger, Johanna. Poppe, Thomas. „Pressecorner – Steckbrief.“ Paungger-Poppe.com. Paungger & Poppe LLC, n.d. Web. 4. Januar 2013.
  2. Mosaik-Verlag. Kalender 2014. Katalog. Print.



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Pfad der rechten Hand

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Der Pfad der rechten Hand oder Pfad zur rechten Hand (Sanskrit: दक्षिण मार्ग (m.), Dakṣiṇa Mārga) oder Right Hand Path (RHP) ist ein aus dem HinduTantra entlehnter Begriff, welcher eine gesellschaftskonforme Ausübung von Religion bezeichnet.

Der Pfad der rechten Hand fußt in der Regel auf einem Erlösungsgedanken, welcher im Bewusstsein des individuellen Ichs die Wurzel allen Leidens sieht, und ist somit geeignet, die verbreiteten Religionen wie Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam unter einer gemeinsamen Kategorie zusammenzufassen.

Parallel dazu können philosophisch-religiöse Strömungen, welche mit dem Pfad der rechten Hand nicht vereinbar sind, oftmals dem Pfad zur linken Hand zugeordnet werden.

Die Begriffe Pfad der linken Hand und Pfad der rechten Hand werden praktisch immer von Vertretern „linkspfadiger“ Glaubensrichtungen verwendet. Auch hat dieser Dualismus im Westen einen eher antithetischen Charakter, das heißt er stellt beide Richtungen als sich gegenseitig ausschließend dar. In ihrem Ursprungsgebiet werden beide Pole eher als sich gegenseitig ergänzend angesehen.

Im westlichen Neotantra versteht man unter rechtshändigem oder weißem Tantra die Praxis, in den Seminaren eher meditativ und therapeutisch zu arbeiten und mit Nacktheit und erotischen Übungen sehr zurückhaltend umzugehen.



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Paneurhythmie

Paneurhythmie-Tanz am See „Die Niere“ – einer der Sieben Rila-Seen

Die Paneurhythmie ist ein System von Übungen musikalisch-physischer Natur, das in den 1930er Jahren von Meister Beinsa Douno, mit bürgerlichem Namen Petar Danow, in Bulgarien geschaffen wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Methoden innerhalb der okkulten Schule der Universellen Weißen Bruderschaft, die dort von ihm zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet wurde.

Wesen der Paneurhythmie[Bearbeiten]

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Die Paneurhythmie ist ein geistiger Tanz, der als eine okkulte Methode wesentlich zum Ziel hat, die physischen, geistigen und mentalen Funktionen des Menschen durch plastische, von Musik begleitete, rhythmische Bewegungen in Harmonie zu bringen. Vermittels dessen kann der Menschen eine harmonische Verbindung mit der Natur, mit Gott und mit dem Universum aufbauen und zugleich sein Wesen im Einklang mit den kosmischen Schwingungen und Energien bringen. Die Paneurhythmie vereinigt in sich Poesie, Musik und Bewegung zu einem harmonischen Ganzen. Die Einheit zwischen diesen drei Komponenten zeichnet sie auf eine besondere Weise aus, da sie sich dadurch wesentlich von anderen spirituellen Praktiken beispielsweise von der Yoga oder vergleichbaren östlichen Methoden unterscheidet. Weil bei ihr den regen Umgang mit der Natur und mit ihren Energien erstrebt wird, wird sie morgens in der Natur ausgeführt. Peter Danow charakterisiert sie folgendermaßen: „Die Paneurhythmie ist ein vernünftiger Austausch mit den Kräften der lebendigen Natur. Sie ist eine Wissenschaft zur Aufnahme der vernünftigen Bewegungen in der Natur. Bei der Paneurhythmie begrüßt und empfängt der Mensch das Göttliche und das Mächtige, das das Universum errichtet und für die große Idee des Lebens arbeiten geht. Die Paneurhythmie ist die harmonische, schöpferische Äußerung des göttlichen Ursprungs im Universum.“ [1]

Die Paneurhythmie wird vom 22. März bis zum 22. September getanzt, weil sich die Schwingungen der Natur zu dieser Zeit besonders wohltuend auf die menschliche Gesundheit, auf das physische und geistige Gleichgewicht auswirken. Sie bringt den einheitlichen kosmischen Rhythmus zum Ausdruck, das dem Leben zugrunde liegt. Daraus geht auch die äußere Struktur des Tanzes und die besondere kreisförmige Stellung der Tanzenden hervor. Da in der Paneurhythmie die harmonische Ordnung eines jeden Sonnensystems symbolisch nachgebildet wird, wird sie paarweise im Kreis gegen den Uhrzeigersinn um ein Zentrum getanzt. Meistens wird das Zentrum von den Musikern gebildet, die den Tanz musikalisch mit der speziell für die Paneurhythmie von Peter Danow komponierten Musik begleiten. Auf diese Weise wird der Rhythmus des Tanzes bestimmt. Zu jeder einzelnen Übung wird eine bestimmte Melodie gespielt, die die musikalische Komponente der Übung ausmacht. Eine unbegrenzte Zahl an Teilnehmern können sich an ihr beteiligen. Obwohl es keine Begrenzung bei den Instrumenten gibt, wird die Geige mit Vorrang verwendet.

In Bulgarien wird die Paneurhythmie in vielen Städten täglich getanzt. Vom 1. August bis zum 22. August wird sie innerhalb der geistigen Sommerschule besonders zelebriert, die seit 1920 jährlich im Rilagebirge, im Bergkessel der Sieben Rila-Seen stattfindet. Dort kommen tausende Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um die Paneurhythmie auf einer großen Wiese bei dem fünften See „die Niere“ zu tanzen. Sie wird außerdem auf alle fünf Kontinenten getanzt.

Die Paneurhythmie besteht aus dreißig rhythmischen Übungen und wird in drei unterschiedlichen Hauptteile gegliedert:

  1. paneurhythmischer Zyklus aus 28 Übungen
  2. der Zyklus „Sonnenstrahlen“
  3. der Zyklus „Pentagramm“.

Nach der Lehre der Universellen Weißen Bruderschaft ist der Tanz eine okkulte Hauptmethode, die auf die sieben hermetischen Universalprinzipien gründet:

  • Das Prinzip der Vernunft
  • Das Prinzip der Entsprechung
  • Das Prinzip der Schwingungen oder Bewegungen
  • Das Prinzip der Polarität, der Dualität, der Zweiheit
  • Das Prinzip des Rhythmus
  • Das Prinzip der Ursache und Wirkung
  • Das Prinzip der Einheit und der Verwandtschaft

Vermittels dessen ermöglicht sie den Tanzenden eine Verbindung mit dem Licht und mit den übersinnlichen Welten aufzubauen. Im Tanz selbst ist das Moment der sogenannten sakralen Geometrie vordergründig, da während des Tanzens die Tanzenden nicht nur unterschiedliche Figuren, die eine besondere Bedeutung haben, bilden. Der Paneurhythmie liegen außerdem Figuren wie das Pentagramm, die Vesica Piscis, der vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci zugrunde. Im Pentagramm erreicht die Paneurhythmie ihren Höhepunkt, der die Idee des vollkommenen Menschen symbolisiert. Durch die sukzessive Verwirklichung der fünf Kardinaltugenden Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit, Tugend und Wahrheit im Pentagramm, die der fünf Spitzen des Pentagramms entsprechen, kann der Mensch die Vollkommenheit erreichen und auf diese Weise in sich den neuen Menschen bilden. Der neue Mensch ist nach Peter Danow die Zusammensetzung dieser Tugenden, die in seinem Wesen in Bewegung gebracht, d. h. angewendet wurden.

Laut Peter Danow ist der lebendige Kreis der Paneurhythmie das Emblem eines vollkommenen, harmonischen Lebens, das die Menschheit erstrebt. Dieses sei der Vorbote einer neuen Hochkultur, die jetzt kommt. Es ist das lebendige Zentrum der Kräfte der vernünftigen Natur, die jetzt in der menschlichen Seele wirken.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Danow, Prinzipien der Paneurhythmie, Sofia, 1938, S. 1.



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Rudolf Passian

Rudolf E. Passian (* 14. Februar 1924 in Liberec, Tschechoslowakei) ist ein Schweizer Parapsychologe und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

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Rudolf Passian wurde durch seine Erfahrungen im Krieg und (bis 1955) als Kriegsgefangener zum Nachdenken über das „Woher und Wohin“ und das Wesen des Sterbevorganges angeregt. In der Folgen beschäftigte er sich intensiv mit parapsychologischen Schriften.

Trotz körperlicher Behinderung als Kriegsversehrter unternahm Rudolf Passian zahlreiche Studienreisen nach England, Indien, auf die Philippinen und nach Südamerika (Brasilien, Paraguay, Chile, Argentinien, Peru). Neben der Jenseits-Forschung interessierte er sich für außergewöhnliche Heil- und Diagnosemethoden bei Völkern der Dritten Welt. Er beobachtete außerdem die Vielfalt spiritistischer, animistischer, schamanistischer und magischer Phänomene in afrobrasilianischen Kulten (wie Candomblé, Quimbanda, Umbanda oder Voodoo) und im Kardec-Spiritismus.

Rudolf Passian behandelt in einer Reihe von Büchern esoterische Themen. Seine Aufgabe sieht der Autor selbst vor allem darin, interessierte Menschen auf das Leben nach dem Tod (mit allen ethischen Konsequenzen) hinzuweisen. Die weiteren Themen der Parapsychologie dienen ihm dabei eigentlich nur als Mittel zum Zweck.

Passian ist Gründer und Betreiber von Hilfswerken in Brasilien. Darunter fallen ein Kinderhilfswerk und die Errichtung einer kleinen Krankenstation für ein weit abgelegenes Indianerdorf.

Ehrungen[Bearbeiten]

Rudolf Passian ist Ehrenmitglied der Schweizer Parapsychologischen Gesellschaft (SPG). Eine in Brasilien neu entdeckte Schmetterlingsart wurde nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Abschied ohne Wiederkehr? Tod und Jenseits in parapsychologischer Sicht. Fischer, Pforzheim 1973; 5. A. Reichl, St. Goar 1988, ISBN 3-87667-066-7
  • Abenteuer PSI. Unglaubliches aus der Gegenwart. Schroeder, Kleinjörl bei Flensburg 1978, ISBN 3-87721-033-3
  • Neues Licht auf alte Wunder. PSI klärt Bibelwunderstreit. Schroeder, Kleinjörl bei Flensburg 1982, ISBN 3-87721-042-2
  • Wiedergeburt. Ein Leben oder viele? Knaur, München 1985, ISBN 3-426-04154-5
    • Neuausgabe als: Ist „ein“ Leben nicht genug? Reinkarnation – pro und contra. Herrmann, Vierhöfen 2006, ISBN 3-939626-01-5
  • Licht und Schatten der Esoterik. Knaur, München 1991, ISBN 3-426-04266-5
    • Erweiterte Neuausgabe als: Licht und Schatten der Esoterik. Eine objektiv-kritische Lebens- und Orientierungshilfe. Reichl, St. Goar 2002, ISBN 3-87667-250-3
  • Der Engelreigen. Antwort auf viele Fragen. WerSch, Ravensburg 2003, ISBN 3-928867-09-1
    • Neuausgabe als: Der Engelreigen. Antworten und Beweise zur Existenz von Engeln. Reichl, St. Goar 2008, ISBN 978-3-87667-286-1
  • Der verhängnisvollste Irrtum unserer Zeit. Amadeus Verlag, Fichtenau 2011, ISBN 978-3938656365

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Georg Sulzer: Truggeister und andere irreführende oder schädigende Einflüsse aus dem Jenseits. Reichl, St. Goar 2002, ISBN 3-87667-135-3

Links[Bearbeiten]



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Ort der Kraft

Als Ort der Kraft (Kraftort, Kraftplatz, magischer Ort) wird ein Ort bezeichnet, dem eine meist positive (selten auch negative) psychische Wirkung im Sinne einer Beruhigung, Stärkung oder Bewusstseinserweiterung zugeschrieben wird. Als Kraftorte werden überwiegend geographische Orte bezeichnet, die nach esoterischen Vorstellungen eine besondere Erdstrahlung haben. Je nach esoterischer Ausrichtung werden geomantische, magische, mythische oder Feng Shui-„Energien“ angenommen. In der Psychotherapie werden Imaginationen von Orten der Kraft in Entspannungsübungen zur Vertiefung der Entspannung genutzt. Manchmal wird der Begriff auch für Plätze gebraucht, die subjektiv als beruhigend, erholsam oder erbauend erlebt werden.

Die behaupteten Energien an bestimmten geographischen Orten sind wissenschaftlich nicht nachweisbar.

Geographische Kraftorte[Bearbeiten]

Nach verbreiteten esoterischen Vorstellungen, sind alle Kultstätten aus vorchristlicher Zeit und Sakralbauten, die über Kultstätten errichtet sind, besondere geomantische Kraftorte. Dabei wird angenommen, die Menschen der Frühzeit hätten ein Gespür für Verdichtungen oder Konzentrationen von „universaler Lebensenergie“ an bestimmten Orten im Kosmos oder auf der Erde gehabt.[1]

Häufig gelten auch markante geographische Orte wie Quellen, Flussufer, Schluchten, Berggipfel, Höhlen, Felsen, Steine, alte Bäume und Lichtungen, besonders wenn sich Mythen und Sagen um sie ranken, als Kraftorte.

Nach esoterischen Vorstellungen können auch mittels Intuition oder Radiästhesie unbekannte Kraftorte gefunden und ihre Stärke in Bovis-Einheiten durch Pendeln gemessen werden. Nach solchen „Messungen“ wäre zum Beispiel die Allianz Arena in München mit 19.000 Bovis ein doppelt so starker Kraftort wie das Papst-Geburtshaus in Marktl mit 8.500 Bovis. Es gibt bei Vertretern der geomantischen Esoterik auch Vorstellungen, Kraftortbesucher entzögen dem Kraftort Energie und es dauere eine Zeitspanne bis an dem Ort der energetische Anfangszustand wiederhergestellt sei.[2]

Zu den bekanntesten, oft als Kraftort bezeichneten Orten gehören unter vielen andern der Uluru (Australien), Stonehenge (Großbritannien), die Pyramiden (Ägypten), die Nazca-Linien (Peru) oder die Externsteine (Deutschland).

Tourismus[Bearbeiten]

Im Tourismus liegen Reisen mit spirituellen und esoterischen Programmen im Trend.[3] Dem entsprechend wird mit Kraftorten oder magischen Orten als Attraktion für Besucher geworben.[4] In den letzten Jahren wurden „Natur-Kraft-Wege“[5] oder „Kraftpfade“[6] angelegt, auf denen eine größere Anzahl von Kraftorten auf dichtem Raum markiert sind.

Immer wieder kommt es an Orten, die als magisch gelten und für die Ureinwohner heilige Stätten sind, zu Konflikten zwischen den Interessen moderner Touristen und den religiösen Gefühlen der Ureinwohner. Die Anangu am Uluru haben seit 2007 wiederholt gedroht, das Gebiet für Touristen wegen unangemessenen Verhaltens zu sperren. Indianer in Nordamerika wehren sich mit Erfolg gegen touristische Aktivitäten an ihren heiligen Stätten, zum Beispiel am Devils Tower in Wyoming und am Cave Rock[7] in Nevada.[8]

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Innerhalb der Kirchen werden zuweilen kirchliche Gebäude als Orte der Kraft bezeichnet, die aber kaum etwas mit den esoterischen geographischen Kraftorten zu tun haben, sondern als Stätten gemeint sind, an denen durch Andacht oder Gottesdienst eine seelische Stärkung erfolgt.[9][10][11][12][13][14][15]

Innerer Ort der Kraft[Bearbeiten]

In der Psychotherapie, vor allem bei der psychologischen Schmerztherapie, werden bei Entspannungsübungen oder in Fantasiereisen Orte der Kraft zur Vertiefung von Entspannungszuständen und zur Aufmerksamkeitslenkung genutzt. Der Patient wird angeleitet bzw. gebeten, sich einen Platz aus seiner Erinnerung vorzustellen, an dem er sich besonders wohl bzw. gestärkt fühlte. Imaginationen von Orten der Kraft spielen auch bei der Stressbewältigung und in der Sterbebegleitung eine Rolle.[16][17]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luise Weidel: Strahlungsfelder, Erdstrahlen & Elektrosmog, Kraftorte & Bäume.
  • Rainer Limpöck: Kraftorten der Alpen: Unterwegs zu den Kraftorten der Alpen. Pichler Verlag, Wien, 2009. ISBN 978-3854315070

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Von „Kraftorten“, „heiligen Plätzen“ und „sakralen Landschaften““ Publikation der EKD
  2. Gudrun Sachse, Niklas Schenk: „In der Rute liegt die Kraft“, Dossier Wissenschaft in GEO Special Nr. 6/2008 – Magische Orte
  3. Dossier Wirtschaft und Politik in GEO Special Nr. 6/2008 – Magische Orte
  4. Deutsche Zentrale für Tourismus: Mythologie und Magische Orte Deutschland-Tourismus
  5. Natur-Kraft-Weg Odenwaelder-Zeitung (vom 16. März 2010)
  6. „Esoterik – Wiener Bezirk Wieden legt Kraftpfad an“ Vienna Online
  7. Sacred Land Film Project en
  8. Dossier Wirtschaft und Politik in GEO Special Nr. 6/2008 – Magische Orte
  9. „Die Menschen erfahren die Klöster plötzlich nicht mehr nur als Kultur- und Wirtschaftsträger, sondern als Orte der Kraft“ Sueddeutsche 2008
  10. „Kirchengebäude als heilige Orte, Orte der Kraft, erinnerten uns an unser eigentliches und letztes Ziel.“ Badische Zeitung 2010
  11. „Als Ort der Kraft dient den Schwestern dabei neben intensivem Gebet ihre Kirche, die als Oval im Herzen der Anlage steht.“ Für mehr Toleranz und Menschlichkeit – Die Gemündener Kreuzschwestern und ihr Erziehungs- und Bildungsauftrag (Version vom 30. August 2010 im Internet Archive)
  12. „… ein besonderer Ort der Kraft, eine spirituelle Idylle sozusagen, weil das Kloster inmitten einer grünen Oase aus Wald und Wiesen liegt und sowohl erhabene Ruhe wie Abgeschiedenheit ausstrahlt.BR-Online 2010
  13. „Stift Heiligenkreuz im Wienerwald ist ein „Ort der Kraft“ (Papst Benedikt XVI.)“ Stift Heiligenkreuz
  14. „Solche Kraftorte sind offenbar gefragt, denn ständig entstehen neue: „Binnen eines Jahres sind Autobahnkirchen und -kapellen in Hamm-Rhynern, Kassel, Wittlich und Bochum hinzugekommen““Kölner Stadt-Anzeiger 2010
  15. Kritische Stellungnahme gegen den Trend „spiritueller Kulturtankstellen“ Bistum Münster 2010
  16. Hilarion Petzold: Psychotherapeutische Begleitung von Sterbenden. Universität Mainz Schmerztherapie/ Thanatologie
  17. Mohammed El Hachimi,Liane Stephan: SpielArt. Konzepte systemischer Supervision und Organisationsberatung. Vandenhoeck & Ruprecht, 2002, ISBN 978-3525461068 Buchvorschau



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Ouija

Ein Ouijabrett

Das Ouija [wi:ʤə oder wi:ʤi], auch Hexenbrett genannt, betrachten Anhänger des Spiritismus als ein Hilfsmittel, um mit Geistwesen, ähnlich wie beim Gläserrücken, in Kontakt zu treten. Weitere Bezeichnungen sind Alphabettafel, Witchboard, Seelenschreiber und Talking Board. Das Wort Ouija wurde vermutlich aus dem französischen Wort „Oui“ (welches „ja“ bedeutet) und dem deutschen Wort „ja“ gebildet.[1]

Beschreibung und Geschichte[Bearbeiten]

Auf einem Ouija-Brett sind Zeichen abgebildet, meist das Alphabet, sowie die Ziffern und die Wörter „ja“ und „nein“. Bei manchen Boards stehen zusätzlich Wörter wie „Danke“, „Ich warte“, „Ende“, „Ich gehe“, oder Ähnliches. Zusätzlich gibt es einen Zeiger, der ein Zeichen markieren kann. Zur Benutzung muss man die Hände darauf legen und einige Zeit warten, bis er sich auf dem Brett bewegt. Die markierten Zeichen ergeben dann eine Botschaft. Meist werden diese Botschaften als Signale von paranormalen Wesen interpretiert. Der Führer des Zeigers soll sich dabei keines Einflusses auf dessen Bewegung über das Brett bewusst sein. Im Jahre 1891 wurde das Ouija-Board von dem US-amerikanischen Erfinder Elijah Bond patentiert.[2] Ein Jahr später wurde das Patent von William Fuld gekauft, der das Ouija-Brett veränderte und ein zweites Patent darauf anmeldete.[3] Mit ihm machte er ein Vermögen. 1966 verkaufte die Baltimore Talking Board Company, die von Fuld gegründete Firma, die Rechte am Ouija-Board an die Firma Parker Brothers.[4]

Übliche Erklärung des Phänomens[Bearbeiten]

Schon durch die Vorstellung oder Wahrnehmung einer Bewegung werden im Gehirn motorische Zentren aktiviert, was zur Folge hat, dass die Muskeln die vorgestellte Bewegung ansatzweise vollziehen. Wenn also die Beteiligten den Zeiger des Ouija-Bretts berühren und eine Bewegung erwarten, dann üben sie unbewusst durch kleinste Muskelbewegungen einen Druck aus und setzen ihn so in Bewegung. Dabei kann der Eindruck entstehen, er bewege sich ganz von selbst. Eine Erklärung hierbei ist, dass die „Botschaften“ in einem komplizierten gruppendynamischen Wechselspiel zwischen den Erwartungen (Suggestion) der einzelnen Teilnehmer entstehen.[5][6]

Händler bieten für das Ouija-Brett zusätzliche Zeiger mit Magnetkern an, mit denen man gezielt vermeintlich paranormale Botschaften erzeugen kann.[7]

Seit der Erfindung der Gestützten Kommunikation, einer scheinbaren Möglichkeit der Kommunikation mit Menschen mit Autismus oder Down-Syndrom, haben Wissenschaftler wiederholt auf die formalen und inhaltlichen Parallelen dieser Technik zu Ouija hingewiesen.[8] Vertreter der „Gestützten Kommunikation” weisen diese Kritik zurück. Sie räumen zwar ein, dass ein Teil der dabei entstandenen schriftlichen Ergebnisse möglicherweise auf einem „Ouija-Effekt“ beruht. Dies könne aber durch verbessertes Training der Stützer genannten Helfer verhindert werden.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stoker Hunt (1992): Ouija. The Most Dangerous Game. New York: HarperCollins ISBN 0-06-092350-4
  • Kathleen M. Dillon (1996): Ouija, in: Randow, Gero von (Hg.) (1996): Der Fremdling im Glas und weitere Anlässe zur Skepsis, entdeckt im „Skeptical Inquirer“, Reinbek: Rowohlt, S. 107-121; zuerst engl. (1993): Facilitated Communication, Autism, and Ouija, in: Skeptical Inquirer 17 (3), S. 281-287
  • Eleonore Jacobi (2003): Ouija. Channeln und Lebenshilfe mit dem Magischen Brett. München: Ansata ISBN 3-7787-7225-2 (aus Esoterikersicht)
  • Nerthus von Norderney (2007): Ouija. Tore zu anderen Welten durch Rituale und Seancen. Leipzig: Bohmeier 2007 ISBN 3-89094-545-7 (aus Esoterikersicht)
  • J. Edward Cornelius (2005): Aleister Crowley and the Ouija Board. Los Angeles: Feral House ISBN 1-932595-10-4 (aus okkultistischer Sicht)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://dictionary.reference.com/browse/ouija
  2. http://www.google.com/patents?vid=446054 U.S. Patent 446,054
  3. http://www.williamfuld.com/ouija_patentsandtrademarks_williamfuld.html
  4. http://www.williamfuld.com/ouija5.html
  5. Cecil Adams, Ed Zotti: How does a Ouija board work?. The Straight Dope. 3. Juli 2000. Abgerufen am 27. Juli 2011.
  6. Robert T. Carroll: Ouija board. Skeptic’s Dictionary. 31. Oktober 2009. Abgerufen am 27. Juli 2011.
  7. z.B. www.unleashyourdreams.co.uk/Unleash_Your_Dreams/PK_Planchett.htm
  8. s. Dillon (1996); Herman H Spitz (1997): Nonconscious Movements. From Mystical Messages To Facilitated Communication. Mahwah (NJ)
  9. s. Anne M. Donnellan / Martha R. Leary (1997): Movement Differences and Diversity in Autism/Mental Retardation. Madison (WI); Douglas Biklen (1993): Communication Unbound: How Facilitated Communication is Challenging Traditional Views of Autism and Ability/Disability. New York



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Ophitendiagramm

Rekonstruktion des Ophitendiagramms[1]

Das unter dem Namen Ophitendiagramm bekannt gewordene Diagramm der Ophianer ist eine Zeichnung mit schriftlichen Zusätzen, die tiefe Einblicke in Weltanschauung und Kultus dieser gnostischen Sekte ermöglicht.

Überlieferung[Bearbeiten]

Die Zeichnung selbst ist nicht erhalten. In einer polemischen Schrift gegen die Christen, dem Alethes Logos – etwa zu übersetzen mit „Wahres Wort“ -, beschrieb der Platoniker Celsus in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung eine Zeichnung der gnostischen Sekte der Ophianer. Auch die Schrift des Celsus ist nur in Auszügen enthalten, und zwar in der als Kata Kelsou oder Contra Celsum bekannten Gegenschrift des alexandrinischen Theologen Origenes (185-254)[2]. Origenes behandelt den entsprechenden Abschnitt der Celsusschrift in Buch VI, Kapitel 22-38 seiner Erwiderung[3]. Auch Origenes konnte sich noch ein Exemplar der Zeichnung besorgen. In seiner Erwiderung distanziert er sich von den Ophiten und polemisiert gegen diese ebenso wie gegen seinen eigentlichen Widerpart Celsus. Allerdings kann man davon ausgehen, dass Celsus ein Bild des Christentums zeichnet, das schon zu Origenes Lebzeiten in dieser Vielfalt nicht mehr existierte.

Rekonstruktion[Bearbeiten]

In ihrer Polemik sind sich sowohl Celsus als auch Origenes über die Hauptelemente des Ophitendiagramms einig: „Zehn (Kreise), zusammengehalten von einem (Kreis)“[4], und: „Die sieben archontischen Kreise würden von einem Kreis umschlossen, von dem sie behaupten, er sei die Seele des Alls und heiße Leviathan“[5]. In einigen Zusätzen, etwa bei den Namen für tiergestaltige Untergötter, die sogenannten „Archonten“, oder deren „Engelnamen“ gibt es Abweichungen, ebenso bei hinzugefügten Formeln. Daraus lässt sich schließen, dass entweder die Exemplare des Ophitendiagramms bei Celsus und Origenes leicht voneinander abwichen oder dass das Exemplar des Origenes bereits stark beschädigt war. Durch die Wiedergabe von Beschwörungsformeln wird ein Abstieg durch die einzelnen mit Hilfe der Kreise dargestellten Sphären beschrieben[6]. Daher ist es heute wissenschaftliche Opinio communis, dass es sich um konzentrische Kreise handelt[7]. Es existieren aber auch abweichende Rekonstruktionsversuche[8].

Funktion[Bearbeiten]

Celsus leitete seine Beschreibung des Ophitendiagramms mit der Beschreibung der Mithrasmysterien ein. Den dort vollzogenen Aufstieg des Mysten bis in die Fixsternsphäre wertet er positiv, um den im Ophitendiagramm beschriebenen Abstieg kontrastieren zu können. Diese Argumentationsweise ermöglicht die Schlussfolgerung einer Verbindung des Ophitendiagramms mit dem Kultus; ebenso die Vielzahl von Formeln und Beschreibungen, die sich in den schriftlichen Zusätzen findet[9]. Nach zurückhaltender Sicht handelt es sich um ein „didaktisches Schaubild“[10]. Mutigere Beschreibungen sehen in der Darstellung eine Art gnostisches Mandala[11], ein Meditationsbild oder -diagramm[12]. Die erste Auffassung schließt die zweite nicht aus[13].

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Zeichnung zeigt Hauptelemente eines recht frühen gnostischen Systems. Es verdeutlicht, dass Dualismus und die Weltablehnung konstitutiv für diese Art esoterischer Religiosität sind. Es gibt heute kaum eine umfassende Darstellung der Gnosis, die auf das Ophitendiagramm verzichtet, sei es durch eine Beschreibung, sei es durch Wiedergabe einer Zeichnung. Als Darstellung eines einfachen gnostischen Systems gibt das Ophitendiagramm ein Beispiel dafür, nach welchen Prinzipien eine weltablehnende esoterische Lehre gestaltet sein kann.

Seine Elemente stammen aus der altägyptischen, der jüdischen und der christlichen Religion. Die Gnosis wird zwar im Allgemeinen zu den spätantiken Mysterienreligionen gezählt, doch gibt es derzeit wieder esoterische Gruppierungen die sich als Gnostiker stehend begreifen[14] oder sich sogar als Ophiten bezeichnen. Wegen der Schlangensymbolik werden die Ophiten häufig als Vorläufer des Satanismus betrachtet[15], beziehungsweise Satanisten selbst führen ihren Kult ausdrücklich auf die Ophiten zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Witte, Ophitendiagram, S. 152, Abbildung 2.
  2. Robert Bader, Alethes Logos.
  3. Marcel Borret, Origène, Contre Celse III, S.232-272 (griechischer Text mit französischer Übersetzung; Bernd Witte, Ophitendiagramm, S. 39-83 (griechischer Text mit deutscher Übersetzung).
  4. Bernd Witte, Ophitendiagram, S. 50-51.
  5. Bernd Witte, Ophitendiagram, S. 73-75.
  6. So zuerst Wolfgang Ullmann, Apokalyptik und Magie im gnostischen Mythos, S. 188.
  7. Bernd Witte, Ophitendiagram, S. 142-142; Gerhard Raabe, Gnosis und Freimaurerei, S. 270-271.
  8. Bernd Witte, Ophitendiagram, S. 5-14, – Überblick über die Forschungsgeschichte; Stellenangaben auch bei Gerhard Raabe, Gnosis und Freimaurerei, S. 296.
  9. Birger Pearson, Gnostik Iconography, S. 252-257.
  10. Christoph Markschies, Bilderbücher, S. 107, Gnostik Iconography, S. 252-257.
  11. So zuerst Wolfgang Ullmann, Apokalyptik und Magie im gnostischen Mythos, S. 188.
  12. Im Anschluss an Bernd Witte, Ophitendiagramm, S. 37, auch Birger Pearson, Gnostic Iconography, S. 257, und Gerhard Raabe, Gnosis und Freimaurerei, S. 269.
  13. Gerhard Raabe, Gnosis und Freimaurerei, S. 259.
  14. Karl-Wolfgang Tröger, Gnosis, S. 296-216.
  15. Ernst gemeinte Ableitung der Satanisten von den Ophiten.

Literatur in Auswahl[Bearbeiten]

  • Robert Bader: Der Alethes Logos des Kelsos (Tübinger Beiträge zur Altertumswissenschaft 33), Stuttgart-Berlin 1940.
  • Marcel Borret: Origène. Contre Celse, Band III (Sources Chrétiennes 147), Paris 1969.
  • Christoph Markschies: Gnostische und andere Bilderbücher in der Antike, in: Zeitschrift für Antikes Christentum Jahrgang 9, 2005, S. 100-121.
  • Birger A. Pearson: Gnostic Iconography, in: Birger A. Pearson: Gnosticism and Christianity (Studies in Antiquity and Christianity), New York 2004, S. 249-267.
  • Gerhard Raabe: Gnosis und Freimaurerei, in: Quatuor Coronati, Jahrgang 44, 2007, S. 265-274.
  • Karl-Wolfgang Tröger: Die Gnosis. Heilslehre und Ketzerglaube, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-451-04953-8.
  • Wolfgang Ullmann: Apokalyptik und Magie im gnostischen Mythos, in: *Karl-Wolfgang Tröger: Altes Testament-Frühjudentum-Gnosis, Berlin 1980, S. 169-194.
  • Bernd Witte: Das Ophitendiagramm nach Origenes‘ Contra Celsum VI, 22-38 (Arbeiten zum spätantiken und koptischen Ägypten 6), Altenberge 1993, ISBN 3-89375-090-8.



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Oneiromantie

Friedrich Wilhelm Schadow: Josephs Traumdeutung im Gefängnis (1816/17). Szene aus dem Freskenzyklus des Casa Bartholdy in Rom. Alte Nationalgalerie, Berlin.

Oneiromantie (griechisch óneiros für Traum und mántis für Wahrsager) ist die Anwendung der Traumdeutung für Weissagungen.

Schon in frühester Zeit maß der Mensch den Träumen besondere Bedeutung zu. Eine Auslegungsmöglichkeit ist, die Träume als Prophezeiungen anzusehen. In der Antike beschäftigten sich neben Aristoteles und Platon vor allem Artemidor von Daldis in seinem Traumbuch Oneirokritika mit der Deutung von Träumen und der Möglichkeit der Weissagungen.

In der Bibel gibt es mehrere Stellen, in denen Gott den Menschen Anweisungen, Voraussagen und Versprechen durch Träume gab oder ihnen die Fähigkeit zur Traumdeutung verlieh. So konnte Josef im Alten Testament den Traum des Pharao deuten und dadurch die Zukunft vorhersagen. Salomo erhielt von Gott seine Weisheit in einem Traumgesicht. Daniel hatte zahlreiche Visionen und deutete den Traum Nebukadnezars über den Untergang seines Reiches.

In der heutigen Zeit findet Oneiromantie vor allem in der Esoterik Anwendung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nigel F. Palmer, Klaus Speckenbach: Träume und Kräuter: Studien zur Petroneller „Circa instans“-Handschrift und zu den deutschen Traumbüchern des Mittelalters. Böhlau, Köln u.a. 1990, ISBN 3-412-01689-6 (Pictura et poesis 4)
  • Ute Reichel: Astrologie, Sortilegium, Traumdeutung : Formen von Weissagung im Mittelalter. Diss. Phil. 1990. Brockmeyer, Bochum 1991, ISBN 3-88339-909-4 (Bochumer historische Studien: Mittelalterliche Geschichte 10)
  • Guntram Haag: Traum und Traumdeutung in mittelhochdeutscher Literatur: Theoretische Grundlagen und Fallstudien. Diss. Phil. Tübingen 2001, Hirzel, Stuttgart 2003, ISBN 3-7776-1235-9 (Germanistik)
  • Beat Näf: Traum und Traumdeutung im Altertum. WBG, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-17998-6
  • Burkhard von Dörnberg: Traum und Traumdeutung in der Alten Kirche: Die westliche Tradition bis Augustin. Diss. Bonn. Evang. Verl.-Anst., Leipzig 2008, ISBN 978-3-374-02616-6 (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte 23)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oneiromantie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen



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Okkultismus

Dieser Artikel behandelt den Okkultismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Zu älteren und jüngeren esoterischen Richtungen, die mitunter auch als Okkultismus oder okkultistisch bezeichnet werden, siehe Esoterik.

Okkultismus (von lateinisch occultus ‚verborgen‘, ‚verdeckt‘, ‚geheim‘) ist eine unscharfe Sammelbezeichnung für verschiedenste Phänomenbereiche, Praktiken und weltanschauliche Systeme, wobei okkult etwa gleichbedeutend ist mit esoterisch, paranormal, mystisch oder übersinnlich.[1] In einem engeren, vorwiegend in der Wissenschaft gebräuchlichen Sinn wird die Bezeichnung für bestimmte esoterische Strömungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verwendet. Diesem Verständnis schließt sich der vorliegende Artikel an. Im heutigen Sprachgebrauch hat der Begriff vielfach eine abwertende Konnotation.[2]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Das Adjektiv okkult wurde schon im Mittelalter gebraucht. Im Rahmen der aristotelischen Naturphilosophie unterschied man damals wahrnehmbare Qualitäten der Dinge wie Farbe oder Geschmack von nicht wahrnehmbaren okkulten Qualitäten wie dem Magnetismus, den Einflüssen der Sterne (im Sinne der Astrologie) und den Heilkräften verschiedener Substanzen, die nur indirekt über ihre Effekte erfahrbar sind. Die mittelalterliche Scholastik war der Meinung, dass die okkulten Qualitäten im Unterschied zu den direkt wahrnehmbaren nicht Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sein könnten. Als die Naturwissenschaft im 17. Jahrhundert begann, auch Erscheinungen wie den Magnetismus zu untersuchen, erhielt die Rede von okkulten Qualitäten eine abwertende Bedeutung, da sie im Zusammenhang mit der scholastischen Ansicht der Unerforschbarkeit gesehen wurde.[3]

Seit dem frühen 16. Jahrhundert ist der Begriff okkulte Philosophie nachgewiesen.[4] Er scheint auf Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim zurückzugehen, der ihn 1510 in einer ersten, handschriftlichen Fassung seines Werks De occulta philosophia verwendete.[4][5] In diesem Buch, das zunächst in Form von Abschriften verbreitet wurde[5] und erst 1531 in gedruckter Form erschien, verband Agrippa Elemente der Hermetik, des Neuplatonismus und der christlichen Kabbala.[4][6] Okkulte Philosophie oder Philosophia occulta etablierte sich als Bezeichnung für derartige religiös-philosophische Lehren, insbesondere für solche des späten 15. bis zum 17. Jahrhundert.[7][8][9] Vertreter der okkulten Philosophie wie Agrippa und Giovanni Pico della Mirandola versuchten, Philosophien zu entwickeln, die hermetisches, hebräisches und klassisches Wissen assimilieren, und diese Fusion mit der christlichen Theologie zu vereinigen.[10] Trotz ihres esoterischen Charakters wurden die der okkulten Philosophie zugrundeliegenden hermetischen und kabbalistischen Ideen im Europa der Renaissance anfangs positiv aufgenommen. Die Historikerin Frances A. Yates betrachtete die okkulte Philosophie sogar als zentrale Triebkraft hinter der Renaissance selbst.[11] Vermutlich ist es kein Zufall, dass die okkulte Philosophie, die Wert auf Einheit legte, während der Zeit der Reformation und der Renaissance populär wurde; möglicherweise wurde von ihr und ihrer Vereinigung so unterschiedlicher Quellen wie der klassischen Weisheit, der Magie, der hebräischen Kabbala und des Christentums erwartet, eine Lösung für das religiöse und politische Schisma der Zeit zu bieten.[12] Während das scholastische Mittelalter Glauben und Frömmigkeit forderte, forderte die Renaissance individuelles Streben und die Suche nach Wissen; die Hermetik versuchte, Wissen und Glauben zu vereinigen.[13] Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden christliche Magi wie Agrippa und John Dee jedoch wegen ihrer Theurgie verdächtigt, und als Teil der Gegenreformation wuchs auch die Reaktion gegen den Renaissance-Neuplatonismus und damit assoziierte okkulte Strömungen. Die christliche Kabbala, die zunächst der Legitimation okkulten Denkens diente, wurde nun wegen der okkulten Assoziation abgewertet und mit Hexerei assoziiert. Dee und Giordano Bruno wurden wegen ihrer Philosophie diskreditiert; ersterer verbrachte seine letzten Jahre in Armut, letzterer wurde 1600 verbrannt.[12]

Ebenfalls im 16. Jahrhundert kam die Bezeichnung Okkulte Wissenschaften auf, womit vor allem die Astrologie, die Alchemie und die Magie gemeint waren.[7]

Im Rahmen einer Gegenbewegung zur Aufklärung und der mit ihr verbundenen mechanistischen und materialistischen Naturwissenschaft wurden ab dem 18. Jahrhundert okkulte Kräfte postuliert, die der „normalen“ Wissenschaft unzugänglich sein sollten. Hinzu kamen Spekulationen, wonach letztlich alles auf nur eine okkulte Kraft zurückgeführt werden könnte. Beliebte Kandidaten waren der Magnetismus und die Elektrizität. Ihren Höhepunkt erreichten diese Spekulationen in Helena Petrovna Blavatskys synkretistischem Werk Die Geheimlehre (The Secret Doctrine, 1888).[14]

Das Substantiv Okkultismus kam erst im 19. Jahrhundert auf und ist erstmals nachgewiesen in einem französischen Wörterbuch von 1842. Populär wurde es zunächst im Französischen durch Éliphas Lévi, der es zuerst 1856 in Dogme et rituel de la haute magie gebrauchte, wobei er an Agrippa von Nettesheim und an den Begriff der Okkulten Wissenschaften anknüpfte. Ins Englische wurde es anscheinend 1875 durch Helena Petrovna Blavatsky eingeführt; im Deutschen prägte vor allem Carl Kiesewetter diesen Sprachgebrauch in den 1890er Jahren. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es keine allgemein anerkannte Okkultismus-Definition. Im weitesten Sinn wird das Wort mitunter als Synonym für Esoterik gebraucht. In der engsten, vor allem von Antoine Faivre vertretenen Fassung steht es speziell für die französische, durch Lévi und Papus begründete Richtung der Esoterik. Zumeist werden jedoch ähnliche und etwa zeitgleiche Strömungen in anderen Ländern hinzugenommen.[15]

Ein weiterer, etymologisch verwandter Begriff neueren Ursprungs ist das Okkulte, der u. a. durch Colin Wilson (The Occult: A History, 1971) geprägt wurde und vor allem in der Soziologie und im Journalismus als vage Sammelbezeichnung für das Unerklärte verwendet wird.[16]

Richtungen[Bearbeiten]

Grundsätzlich lassen sich zwei Richtungen des Okkultismus unterscheiden: der empirische und der esoterische Okkultismus.[17] Ersterer befasst sich mit okkulten Erscheinungen und will diese erforschen. Seine Ursprünge liegen im Mesmerismus und im experimentellen Spiritismus. Der esoterische Okkultismus hingegen befasst sich mit „Geheimwissen“, das nur „Eingeweihten“ zugänglich sei.

Nach einem Vorschlag von Edward A. Tiryakian soll nur die praktisch orientierte Richtung als Okkultismus bezeichnet werden, während die theoretische Richtung der Esoterik zugerechnet werden soll.[18] Dieser Sprachgebrauch fand eine weite Verbreitung, wurde jedoch auch grundsätzlich als künstliche Unterscheidung zurückgewiesen[19] und konnte sich nicht allgemein durchsetzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Okkultismus lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen (Gnosis, Hermetik, Neuplatonismus, Kabbala).[20] (Siehe Geschichte der westlichen Esoterik.) Im engeren Sinn, oft auch als moderner Okkultismus bezeichnet, wurde er in Frankreich durch Alphonse Louis Constant alias Éliphas Lévi begründet, der in den Jahren 1854 bis 1861 einige einflussreiche Kompilationen über diverse Themen der Esoterik herausbrachte und auch die Bezeichnung Okkultismus populär machte.[21] Weitere bedeutende Vertreter des französischen Okkultismus waren Papus, Stanislas de Guaita und Joséphin Péladan; im englischen Sprachraum sind vor allem G. R. S. Mead und Arthur Edward Waite zu nennen, in Deutschland Carl du Prel und Franz Hartmann, in Russland P. D. Ouspensky.[22] Die okkulten Bücher des 19. Jahrhunderts wirken laut Hans Biedermann „meist wie mißverstandene Abklatsche der älteren mag. Werke, wenn auch ein Bestehen echter Traditionen als Bindeglieder von der Zeit der neueren ‚Hermetiker‘ zum 19. Jh. nicht völlig von der Hand zu weisen ist“.[23]

Helena Blavatsky (1877)

Aus der Beschäftigung mit dem Spiritismus ging die 1875 unter der Leitung von Henry Steel Olcott und Helena Petrovna Blavatsky in New York gegründete Theosophische Gesellschaft hervor, zu deren Zielen die Erforschung okkulter Phänomene und Kräfte sowie vergleichende Studien der Religionen, der Philosophien und der Naturwissenschaft gehören, um darin verborgene „Wahrheiten“ aufzudecken.[24] In den folgenden Jahren entwickelte Blavatsky eine synkretistische esoterische Lehre, die moderne Theosophie, welche eine Einweihung in okkulte Geheimnisse verspricht und Elemente der Gnosis, der Hermetik und anderer Traditionen der westlichen Esoterik mit solchen östlicher Religionen verbindet.[25] Sie fand begeisterte Anhänger in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Indien, wo die Theosophische Gesellschaft zeitweilig ihren Hauptsitz hatte.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

G. R. S. Mead nahm nach der Lektüre von Alfred Percy Sinnetts Esoteric Buddhism (1883) Kontakt zu den Londoner Theosophen Bertram Keightley und Mohini Chatterji auf und schloss sich der Theosophischen Gesellschaft in London an. Sein Interesse am Spiritismus führte ihn nach Frankreich an die Universität von Clermont-Ferrand, wo er den später für seine Theorie des Vitalismus bekannten Henri Bergson kennenlernte. Nachdem Blavatsky sich 1887 in London niederlassen hatte, besuchte Mead sie dort regelmäßig und wurde von 1889 bis zu ihrem Tod 1891 ihr privater Sekretär; außerdem wurde er 1889 zusammen mit Keightley Mitsekretär der Esoterischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Während in der Theosophischen Gesellschaft in den 1890er Jahren um die Führung gekämpft wurde, widmete Mead sich der Religion als Wurzel der Theosophie sowie den westlichen Wurzeln der Esoterik. Er versuchte sich an einer allgemeinen Theosophie und verband in seinen Schriften östliche und westliche Traditionen, wobei er sich anfangs stark an hellenistische Theosophie und Gnosis anlehnte. Mead hatte kein Interesse an magischen oder okkulten Künsten und unterschied streng zwischen den sie Ausübenden und „echten“ Okkultisten.[26] 1909 brach Mead mit der Theosophischen Gesellschaft und gründete die Quest Society, zu deren Vizepräsidenten Arthur Edward Waite zählte.[27] Auch Waite ging den Weg vom Spiritismus zur Theosophischen Gesellschaft; nach seinem Bruch mit dieser schloss er sich dem Hermetic Order of the Golden Dawn an. William Wynn Westcott, der den Golden Dawn zusammen mit Samuel Liddell MacGregor Mathers und William Robert Woodman 1888 gegründet hatte,[28] hatte für diesen die Struktur und das Grundsystem des Rosenkreuzerordens Societas Rosicruciana in Anglia (SRIA), der alle drei Gründer ebenfalls angehörten[29], übernommen.[30]

Konflikte innerhalb des Golden Dawn entstanden ab 1895, als die Beziehungen zwischen Mathers und Annie Horniman sich verschlechterten, die daraufhin des Ordens verwiesen wurde, und Mathers sich weniger dem Orden und stärker politischen Aktivitäten widmete. Als er seine Autorität gefährdet sah, verlangte er in einem Manifest vollständigen Gehorsam in allen dem First und Second Order verbundenen Belangen. Zusätzlich verließ Westcott 1897 den Orden, der (umstrittenen) offiziellen Version nach, nachdem seine Verbindung zum Golden Dawn den Autoritäten bekannt wurde. Eine Krise für den Golden Dawn entstand im Februar 1900; Mathers regierte den Orden auf Distanz und verlor die Verbindung zu den englischen Tempeln.[31] Florence Farr war Mathers’ Verhaltens überdrüssig und schlug in einem Brief die Auflösung des Ordens vor; Mathers hielt dies für einen Versuch, Westcott zurückzubringen und an die Spitze des Ordens zu setzen, und offenbarte Farr, dass die von Westcott als Legitimation für die Ordensgründung angeführten[32] Briefe von Fräulein Sprengel Fälschungen waren[31]. Dies erschütterte das Vertrauen der Londoner Mitglieder, darüber hinaus weigerte Westcott sich, Stellung zu Mathers’ Vorwürfen zu nehmen. Dazu kam, dass Aleister Crowley sich 1899, ein Jahr nach seiner Aufnahme, für die Initiation in den Second Order qualifizierte; seine Initiation wurde jedoch von Farr wegen seiner „Exzentrizitäten und ‚moralischen Verderbtheiten‘“ abgelehnt. Crowley begab sich nach Paris und wurde von Mathers initiiert, was von den Londoner Adepten nicht anerkannt wurde. Der Second Order formierte ein Komitee zur Untersuchung der Sprengel-Briefe, worauf Mathers das Komitee annullierte und Crowley als Gesandten nach London schickte, um die privaten Räume und das Inventar zu beschlagnahmen. William Butler Yeats und andere Londoner Adepten vereitelten Mathers Plan, indem sie ihn und Crowley ausstießen. Crowley gründete darauf den Orden Astrum Argenteum (A∴A∴) und schloss sich dem Ordo Templi Orientis (OTO) von Theodor Reuß an, dessen britischen Zweig er später leiten sollte.[31] Yeats übernahm im Zuge der Verwirrungen den Isis-Urania-Tempel, und das Komitee versuchte, den Orden in demokratischeren Formen zu restrukturieren, was zu noch mehr Verwirrungen sorgte. Unterdessen war Horniman wieder in den Orden aufgenommen worden, der sich seit ihrem Hinauswurf stark verändert hatte, was zu Streitigkeiten zwischen ihr und einem Großteil des Ordens führte. 1901 resignierte Yeats, und Madame Horos und ihr Ehemann brachten dem Golden Dawn unerwünschte Aufmerksamkeit und veröffentlichten Interna desselben. Der Golden Dawn begann zu zerfallen; Farr resignierte, Mathers und eine kleine Gruppe von Initiierten gründeten den Orden Alpha et Omega, der Tempel in London, Edinburgh und Paris etablierte; von Eingeweihten des Alpha et Omega wiederum gingen weitere magische Gruppen aus, wie die von Dion Fortune gegründete Fraternity of the Inner Light und Paul Foster Cases Builders of the Adytum. Nach einem Schisma 1903 bestand der alte Golden Dawn nicht mehr.[33] Die Überreste des ursprünglichen Isis-Urania-Tempels wurden von Waite übernommen, dem sich viele der verbleibenden Golden-Dawn-Mitglieder anschlossen; Waite interessierte sich jedoch weniger für Magie als für Mystik und reduzierte daher die ritualmagischen Elemente zugunsten des von ihm bevorzugten mystischen Pfads.[33][34] 1914 schloss er den Orden und gründete die Fellowship of the Rosy Cross.[34] Die stärker magisch interessierten Ordensmitglieder, darunter Robert William Felkin und John William Brodie-Innes, formierten den Orden Stella Matutina.[33]

In den 1930er Jahren veröffentlichte Israel Regardie, Crowleys Sekretär von 1928 bis 1930, zwei Bücher, die bei Stella-Matutina- und Alpha-et-Omega-Mitgliedern für Aufregung sorgten; wegen seiner Verbindungen zu Crowley wurde Regardie schriftlich attackiert. Durch Fortune, die ihn gegen diese Angriffe verteidigte, wurde er eingeladen, Stella-Matutina-Mitglied zu werden, wurde 1933 Mitglied und 1934 Adept. Wegen der Zerfallserscheinungen im Orden besorgt, veröffentlichte er nach Verlassen dessen Lehren im Buch The Golden Dawn, um das Überleben dieser Lehren zu sichern. Wie von Regardie angenommen, stellten die meisten A.O. und S.M.-Tempel ihre Tätigkeiten in den folgenden Jahren ein. Der letzte britische Tempel, der Hermes-Tempel in Bristol, wurde in den frühen 1960er Jahren auf Eis gelegt und 1972 offiziell geschlossen; der letzte Tempel in Neuseeland schloss 1978. 1982 gründete Regardie einen neuen Zweig des Hermetic Order of the Golden Dawn in Columbus, Georgia.[35]

Deutschland[Bearbeiten]

Auch im deutschen Sprachraum ist der Ursprung der modernen okkultistischen Bewegung eng mit dem Spiritismus verbunden, der um 1860 aus den USA nach Deutschland kam.[36] Ein breites Interesse an okkulten Phänomenen riefen hier besonders die Sitzungen des Physikers Karl Friedrich Zöllner mit dem Medium Henry Slade hervor, an denen auch andere bedeutende Wissenschaftler (darunter Gustav Theodor Fechner) teilnahmen und über die Zöllner ab 1878 ausführliche Berichte veröffentlichte.[37] Zöllner erwartete von diesen Séancen Beweise für die Existenz einer Vierten Dimension und wollte damit eine „Transzendentale Physik“ begründen. Während die bei Séancen auftretenden okkulten Phänomene traditionell als Äußerungen verstorbener Personen gedeutet wurden, entstand in den 1880er Jahren in Deutschland eine neue animistische Richtung (v. lat. anima = ‚Seele‘), welche die Ursachen dieser Phänomene als unbekannt betrachtete und sie auf psychologischer Ebene untersuchen wollte.[38] Die wichtigsten Vertreter dieser Richtung waren Gregor Konstantin Wittig und Alexander Aksakow, die zusammen mit dem Verleger Oswald Mutze die Zeitschrift Psychische Studien herausgaben. Ein renommierter Unterstützer war der Philosoph Eduard von Hartmann mit seiner Schrift Der Spiritismus (1884).

1886 gab es in Deutschland zwei bedeutende Neugründungen im Bereich des Okkultismus: die Psychologische Gesellschaft und die theosophische Zeitschrift Sphinx.[39] Die Psychologische Gesellschaft verfolgte vor allem das Ziel, durch streng wissenschaftlich durchgeführte Experimente mit mediumistisch begabten Versuchspersonen neue Erkenntnisse über die menschliche Psyche zu gewinnen. Die Sphinx, herausgegeben von Wilhelm Hübbe-Schleiden, brachte mit wissenschaftlichem Anspruch Berichte über okkulte Phänomene wie Telepathie und Magnetismus sowie Beiträge zu den „Okkulten Wissenschaften“ wie Astrologie und Magie. Sie zählte auch namhafte Wissenschaftler wie Alfred Russel Wallace und Eduard von Hartmann sowie andere bedeutende Personen wie Leo Tolstoi oder den Sozialdemokraten Kurt Eisner zu ihren Autoren. Über die Arbeit der Psychologischen Gesellschaft berichtete neben okkulten Magazinen wie der Sphinx auch die Mainstream-Presse wie etwa Die Gegenwart.

Carl du Prel

Innerhalb der Psychologischen Gesellschaft kam es bald zu Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Mitarbeitern, Albert von Schrenck-Notzing und Carl du Prel.[40] Der Philosoph du Prel wollte mit der Begründung einer „Transzendentalen Psychologie“ ein Gegengewicht zu dem herrschenden Materialismus schaffen und sah in den Experimenten der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag hierzu, indem er hoffte, durch sie den Materialismus empirisch widerlegen zu können. Dagegen verfolgte der Psychiater Schrenck-Notzing das eher pragmatische und umgekehrt ausgerichtete Ziel, gewisse rätselhafte Phänomene, die er etwa durch Hypnose hervorrufen konnte, aus dem Bereich des Mystischen in den der „offiziellen Wissenschaft“ einzubringen. 1889 kam es zum Bruch, indem sich unter der Leitung du Prels eine Gesellschaft für Experimentalpsychologie abspaltete, in der das Ziel einer Transzendentalen Psychologie weiter verfolgt wurde, während die verbleibende Muttergesellschaft unter Schrenck-Notzing der Richtung folgte, aus der die Parapsychologie hervorging.

Die von du Prel und Hübbe-Schleiden vertretene Zielsetzung, das Spirituelle zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu machen, war ab etwa 1890 ein zentrales Thema der deutschen okkultistischen Bewegung. Im Verlauf der 1890er Jahre verlagerte sich das Interesse aber von der wissenschaftlichen Erforschung zur subjektiven Erfahrung.[41] Okkultismus wurde zunehmend als eine Angelegenheit der persönlichen Entwicklung verstanden, bei der den „okkulten Künsten“ eine Schlüsselrolle zukam und die dem Zeitgeist des Fin de siècle entsprechend mit der Entwicklung alternativer Lebensstile verbunden war. Inzwischen handelte es sich um eine Massenbewegung mit vielen lokalen und überregionalen Gesellschaften, mit zahlreichen Buchverlagen, welche unter anderem okkultistische Literatur herausbrachten, und mit etlichen eigenen Zeitschriften, von denen neben der Sphinx (1886–1896) die von Franz Hartmann herausgegebenen Lotusblüthen (1892–1900) und Paul Zillmanns [Neue] Metaphysische Rundschau (1896–1918) die bedeutendsten waren.[42] Führende Vertreter des auf die eigene spirituelle Entwicklung und Erfahrung ausgerichteten Okkultismus waren die Theosophen Franz Hartmann und Rudolf Steiner, der 1902 die Leitung der neu gegründeten Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft übernahm und später die Anthroposophie begründete.[43]

Während die Theosophen auf der Grundlage der spirituellen Entwicklung des Einzelnen weltweit die Schaffung einer „allumfassenden Bruderschaft der Menschheit“ anstrebten, entwickelte sich speziell im deutschsprachigen Raum im frühen 20. Jahrhundert mit der Ariosophie eine Bewegung, welche okkultistische Elemente mit Rassismus und Nationalismus verband.[44] Die Ariosophen, deren bedeutendste Repräsentanten Guido von List und Jörg Lanz von Liebenfels waren, propagierten eine rassisch reine „arische“ Gesellschaft und übernahmen selektiv gewisse Vorstellungen aus der Theosophie, darunter die Lehre von den Wurzelrassen. Innerhalb der Okkultismus-Bewegung war die Ariosophie jedoch nur eine Randerscheinung, während umgekehrt okkultistische Themen etwa in den Publikationen des Lanz von Liebenfels nur einen recht geringen Raum einnahmen.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts konnte sich der Okkultismus in fast allen seinen Spielarten in Deutschland recht frei entfalten und erfreute sich wachsender Beliebtheit. Es gab zwar Gegner wie die Katholische Kirche, und speziell in Bayern gab es einen „Gaukelei“-Paragraphen im Strafgesetzbuch, der eine Handhabe bot, etwa Handleser und Astrologen strafrechtlich zu verfolgen,[45] aber insgesamt wuchs die Akzeptanz für „das Okkulte“.[46] Auch einige führende Nationalsozialisten waren an okkulten Themen interessiert. So nahm Rudolf Heß regelmäßig die Dienste von Astrologen, Magnetheilern und Hellsehern in Anspruch.[47] Heinrich Himmler förderte den Ariosophen Karl Maria Wiligut als seinen „privaten Magier“ und Hellseher.[48] Dieser hatte eine eigene Variante eines Geschichtsmythos von übermenschlichen arischen Vorfahren entwickelt. Wiligut wurde Leiter der Abteilung Vor- und Frühgeschichte der SS und trug zum Ausbau der Wewelsburg als SS-Zeremonienstätte bei. 1939 wurde er jedoch – unter anderem wegen des Bekanntwerdens einer früheren Schizophrenie – aus der SS ausgeschlossen. Für Adolf Hitler waren dagegen Okkultisten bereits in Mein Kampf (1925/26) ein Haufen von Wirrköpfen.[49]

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden okkultistische Vereinigungen als „staatsfeindliche Sekten“ eingestuft.[50] Die wichtigsten Anklagepunkte waren, dass Okkultisten den für den Nationalsozialismus zentral bedeutenden Rassismus ablehnten und speziell die Theosophen sogar eine „allumfassende Bruderschaft der Menschheit“ propagierten, und dass sie, ähnlich wie die Freimaurer, angeblich eine „gefährliche“ Beeinflussung der Volksmassen betrieben.[51] Ab 1935 ist eine strafrechtliche Verfolgung okkultistischer Aktivitäten dokumentiert, und 1937 wurden durch einen Erlass des Innenministeriums alle Freimaurerlogen, theosophischen Vereine und verwandten Gruppierungen verboten.[52] Die Situation verschärfte sich weiter, nachdem im Mai 1941 Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß auf eigene Faust nach Großbritannien geflogen war, um Friedensverhandlungen anzuregen. In einer umgehend durch den Propagandaminister Joseph Goebbels gestarteten Kampagne wurde Heß als Geisteskranker bezeichnet, der aufgrund des Einflusses von Astrologen, Mesmeristen und anderer Okkultisten unter Halluzinationen leide.[53] Es folgten umfassende Polizeiaktionen gegen Astrologen, Spiritisten, Anthroposophen und alle Anhänger ähnlicher Richtungen einschließlich der völkischen Ariosophen mit der Anordnung, diese Personen zur Zwangsarbeit zu verurteilen oder in Konzentrationslager einzuliefern und ihre Publikationen und sonstige Materialien zu beschlagnahmen.[54]

Das Ziel dieser Aktion gegen Geheimlehren und sogenannte Geheimwissenschaften war die vollständige und dauerhafte Ausschaltung dieser Personen und ihrer Organisationen. So notierte Goebbels in seinem Tagebuch: „Diese [sic!] ganze obskure Schwindel wird nun endgültig ausgerottet. Die Wundermänner, Heß’ Lieblinge, werden hinter Schloss und Riegel gesetzt.“[55] Von Hitler wird berichtet, dass er namentlich Astrologen eine starke Mitschuld an Heß’ Aktion zusprach und äußerte: „Es ist daher Zeit, mit diesem Sterndeuterunfug radikal aufzuräumen.“[56] Inwiefern das tatsächlich erreicht wurde, ist jedoch unklar. Goebbels notierte nach der Aktion: „Alle Astrologen, Magnetopathen, Anthroposophen etc. verhaftet und ihre gesamte Tätigkeit lahmgelegt. Damit ist diesem Schwindel endgültig ein Ende gemacht.“[57] Diese Einschätzung wurde in der Fachliteratur weitgehend übernommen.[58] Dagegen wird in einer neueren Untersuchung von Uwe Schellinger et al.[58] darauf hingewiesen, dass in den Anweisungen Ausnahmeregelungen für Wehrmachtsangehörige, führende Parteimitglieder und leitende Staatsbeamte vorgesehen waren, und die Durchführung von Experimenten mit Pendeln zur Ortung feindlicher Schiffe bei der Marine noch im Jahr 1942 dokumentiert.

Russland[Bearbeiten]

Um Georges I. Gurdjieff und P. D. Ouspensky entstand eine als Vierter Weg bekannte Bewegung. die eine elaborierte Kosmologie und spirituelle Selbstentwicklung mit künstlerischem Ausdruck verband. 1907 entdeckte der russische Universalgelehrte Ouspensky die Theosophie und begann mit dem Studium okkulter Literatur. Sein erstes großes philosophisches Werk, Tertium Organum (1912), befasste sich mit der kognitiven Macht höherer Bewusstseinsstadien. Stark von Yoga und östlicher Weisheit angezogen, reiste er nach Indien und besuchte 1913 die Theosophen in Adyar. Nach seiner Rückkehr begegnete er Gurdjieff, der in Zentralasien nach esoterischer Weisheit gesucht hatte. Ouspensky glaubte, dass Gurdjieff ein neues System des Denkens und allumfassenden Wissens entdeckt hatte. Gurdjieff arbeitete indessen an Ballett und heiliger Gymnastik, wobei seine Arbeit unter anderem den Komponisten Thomas de Hartmann, den Maler Alexander von Salzmann und die Ballett-Lehrerin Jeanne de Salzmann anzog. Gurdjieffs Gruppe emigrierte über das revolutionäre Russland, Konstantinopel und Deutschland nach Frankreich, wo er 1922 zu Fontainebleau seine Schule etablierte.[59]

In Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel präsentierte Gurdjieff seine Ideen in Form einer mythenerschaffenden Kosmogonie mit einer Hierarchie untergeordneter Ebenen in einem lebenden Universum und einer Teilung der menschlichen Geschichte in eine bewusste und eine unbewusste, eine initiatorische und eine profane Strömung. Er sah den Menschen als Gefangenen seiner mechanischen Reaktioonen auf und falschen Identifikation mit externen Reizen; der Weg zur Erleuchtung bestehe im Erwachen des essentiellen Seins und Erlangen wahrer Selbsterkenntnis. Gurdjieff setzte den menschlichen Zustand in einen kosmischen Kontext der Biologie, Metaphysik und Kosmologie. Sein Strahl der Schöpfung, der an die Terminologie der Theosophen erinnerte, verband den Mikrokosmos des menschlichen Herzens und Geistes mit einer Hierarchie von Planeten und Sternen bis hinauf zum Absoluten als Quelle aller Schöpfung. Erst nach der Erkenntnis des eigenen essentiellen Seins sei man in der Lage, auf die universellen Energien zuzugreifen. Der persönliche spirituelle Aufstieg müsse individuell erreicht werden.[60]

Wenngleich Gurdjieffs System traditionelle Ideen westlicher Esoterik aufgriff, beinhaltete es auch Innovationen wie die semitonalen Intervalle auf der diatonischen Skala im Kontrast zu den musikalischen Korrespondenzen Robert Fludds. Gurdjieffs Gesetze der Drei und Sieben untermauern sein Schlüsselsymbol, das Enneagramm, und sein Nahrungsdiagramm, das Nahrung, Luft und Impressionen im Mikrokosmos in Beziehung setzte. Ouspensky versuchte, Gurdjieffs Lehren in ein metaphysisch kohärentes System zu bringen, in Auf der Suche nach dem Wunderbaren (1950) publiziert. Britische Interpreten Gurdjieffs und Ouspenskys führten deren Arbeit in eigenen Gruppen, Instituten und Schriften fort, darunter der Wissenschaftler, Technologe und Philosoph John G. Bennett, der in den späten 1940ern Kontakt zu Ouspensky aufnahm und dessen System mit moderner Wissenschaft in Einklang bringen wollte, Rodney Collin und der Psychiater und Jungianer Maurice Nicoll.[61]

Okkultismus im Kontext der Moderne[Bearbeiten]

Traditionell wird der Okkultismus als Gegenbewegung zur Moderne, als Abkehr von der Vernunft und als Rückfall in vor-moderne Ansichten interpretiert. Besonders drastisch hat das Theodor W. Adorno 1951 in Minima Moralia formuliert, indem er von einer „Rückbildung des Bewusstseins“ und von einer „Metaphysik der dummen Kerle“ sprach.[62] Auch James Webb, der 1971 mit The Flight from Reason als Erster eine Untersuchung des Okkultismus in kulturgeschichtlicher Perspektive vorlegte, betonte noch den Aspekt der Gegenbewegung, der „Flucht vor der Vernunft“. Demgegenüber wird in neuerer Literatur der Ansatz vertreten, den Okkultismus als Bestandteil der Moderne selbst aufzufassen. So weist Antoine Faivre in Esoterik im Überblick (2001) darauf hin, dass die Okkultisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sich im Allgemeinen weder gegen den wissenschaftlichen Fortschritt noch gegen die Modernität wendeten, und er schlägt vor, den Okkultismus jener Zeit als Äußerung der „mit sich selbst konfrontierten Moderne“ anzusehen.[63] Speziell für den deutschsprachigen Raum führt das Corinna Treitel in A Science for the Soul (2004) aus, und in ähnlicher Weise Alex Owen in The Place of Enchantment (2004) für Großbritannien.

Wirkung[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

Okkultistische Überzeugungen und Praktiken hatten großen Einfluss auf die zeitgenössische (moderne) Kunst.[64] Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Gustav Meyrink und Thomas Mann griffen okkultistische Ideen und Erfahrungen auf. In Kinofilme wie Das Cabinet des Dr. Caligari (1919) und Der Golem, wie er in die Welt kam (1920) flossen okkultistische Motive ein. An der Produktion des Vampirfilm-Klassikers Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) waren zwei überzeugte Okkultisten, Friedrich Wilhelm Murnau und Albin Grau, maßgeblich beteiligt. Vom Okkultismus beeinflusste Maler waren Wassily Kandinsky, Max Ernst, Piet Mondrian, Paul Klee, Hans Arp und andere. Kandinskys bahnbrechender Schrift Über das Geistige in der Kunst (1911) war eine intensive Auseinandersetzung mit okkultistischen Werken Zöllners, du Prels und Aksakows sowie mit Artikeln in der Sphinx vorausgegangen. Corinna Treitel bezeichnet daher in ihrer Studie A Science for the Soul (2004) den Okkultismus und die neue Ästhetik der Moderne als zwei Facetten desselben Phänomens: des Aufkommens einer neuen Sensibilität auf der Grundlage intuitiver Erfahrung.[65]

Medizin[Bearbeiten]

Im Bereich der Alternativmedizin wurden vielfach Praktiken aus dem Bereich des Okkultismus eingesetzt, so dass man von einer „Okkulten Medizin“ sprechen konnte.[66] Beispiele dieser okkultistischen Praktiken sind Hellsehen, Pendeln, Graphologie, Irisdiagnostik, spiritistischer Mediumismus und Astrologie.

Kriminalistik[Bearbeiten]

Vor allem in den 1920er Jahren wurden die vermeintlichen Fähigkeiten von Hellsehern und Telepathen in Deutschland vielfach auch bei der Aufklärung von Verbrechen in Anspruch genommen, und zwar sowohl von privaten Auftraggebern wie auch in direkter Kooperation mit der Polizei.[67] Berühmte Vertreter dieses kriminalistischen Mediumismus‘ waren Else Günther-Geffers und August Christian Drost. Die Inanspruchnahme solcher Personen durch staatliche Organe war allerdings umstritten, und einige von ihnen wurden als Betrüger überführt, während etwa Drost und Günther-Geffers zwar wegen Betrugs angeklagt, aber für unschuldig befunden wurden.

Für Betrüger, die sich okkulter Methoden bedienen oder die „okkulte, abergläubische Einstellung der von ihr ausgegangenen Personenkreise“ zu ihren Zwecken ausnützen, führte der Jurist Herbert Schäfer den Begriff des Okkulttäters ein, wobei er zwischen dem an die Richtigkeit seiner Behauptungen glaubenden „echten“ und dem den „fremden Aberglauben“ bei „vorhandener besserer Einsicht“ ausnützenden „unechten“ Okkulttäter unterscheidet. Diesen Tätertyp habe es „seiner Grundstruktur nach schon immer gegeben“, sein „eigentliches Betätigungsfeld“ habe ihm aber erst der Siegeszug des Rationalismus bereitet; erst seit dieser Zeit sei er für die kriminologische Forschung als Tätertyp, der sich von anderen durch seine besondere geistige Einstellung unterscheide, interessant und zugänglich. Schäfer beschränkte sich bei seinen Untersuchungen auf den Raum der Bundesrepublik Deutschland und drei Typen des Okkulttäters: den in der Öffentlichkeit wenig bekannten und hauptsächlich auf dem Land tätigen Hexenbanner, dessen „heimtückisches Wirken“ bestimmten Dorfbewohnern schade, den großes Aufsehen erregenden magischen Heiler, dessen Tätigkeiten der Gesundheit seiner Anhänger schadeten, und den Erdentstrahler, der sich als Forscher tarne und mit seinen Entstrahlungs- und Abschirmgeräten die Gesundheit und das Vermögen technisch faszinierter Abergläubischer erheblich gefährde.[68]

Militär[Bearbeiten]

Im Kriegsjahr 1942 führte die deutsche Marine Experimente mit Pendeln durch, um deren Eignung für die Ortung feindlicher Schiffe zu prüfen.[69] Vorausgegangen war eine auffällige Häufung von Verlusten deutscher U-Boote, und es gab Hinweise, wonach die britische Marine in der Lage sei, mit Hilfe von Pendeln U-Boote zu orten. Die Experimente lieferten jedoch keinerlei verwertbare Ergebnisse und wurden anscheinend nach weniger als einem Jahr wieder eingestellt. Die ungewöhnlichen Erfolge der britischen Marine fanden später eine andere Erklärung: Es war den Briten zeitweilig gelungen, den deutschen Funkverkehr zu entschlüsseln (siehe Enigma).

Rezeption[Bearbeiten]

Verschwörungstheorien[Bearbeiten]

Zur Rezeption des Okkultismus gehört ein umfangreiches verschwörungstheoretisches Schrifttum, das sich ab den 1960er Jahren entfaltete, sich in Anfängen aber bis in die späten 1930er Jahre zurückverfolgen lässt und bedeutende okkulte Einflüsse auf den Nationalsozialismus und insbesondere auf Adolf Hitler postuliert, die dessen Aufstieg und Macht erklären sollen.[70] Nach der Einschätzung Hans Thomas Hakls war der wichtigste Ursprung dieser Legenden das Buch Hitler m’a dit des emigrierten Ex-Nationalsozialisten Hermann Rauschning, das 1939 in Paris und kurz darauf auch in einer englischen (Hitler Speaks, 1939) und in einer deutschen Ausgabe (Gespräche mit Hitler, 1940) erschien.[71] Rauschning behauptete, zahlreiche Gespräche mit Hitler geführt zu haben, die aufgrund neuerer Forschungen heute jedoch als größtenteils oder vollständig frei erfunden gelten. Auf der Grundlage dieser angeblich intimen Kenntnis Hitlers schrieb er, dieser stehe unter dem Einfluss dunkler und zerstörerischer magischer Kräfte. Rauschnings Behauptungen fanden in Frankreich weite Verbreitung, insbesondere durch den Rundfunk, der, wie Hakl schreibt, „bis zur Invasion durch die deutschen Truppen praktisch täglich längere Auszüge aus dem Buch“ sendete.[72] Ebenfalls 1939 in Paris erschien das Buch Hitler et les Forces Occultes von Edouard Saby, in dem Hitler als Magier und Eingeweihter bezeichnet wird, der unter dem Einfluss okkulter Geheimgesellschaften stehe.[73] Saby erhob den Anspruch, erstmals „das okkulte Wirken Adolf Hitlers“ darzustellen. Ähnliche Schriften, in denen Hitler mit Okkultismus und Satanismus in Verbindung gebracht und so der militärische Gegner dämonisiert wurde, erschienen um 1940 auch in Großbritannien. Als Pionierarbeit kann hier Lewis Spences The Occult Causes of the Present War (1940) gelten.[74]

Einen regelrechten Boom derartiger Publikationen über einen angeblichen „Nazi-Okkultismus“ löste 1960 das Buch Le matin des magiciens (deutsch: Aufbruch ins dritte Jahrtausend, 1962) von Louis Pauwels und Jacques Bergier aus.[75] Darin wurde behauptet, die Nationalsozialisten hätten den Kontakt mit einer geheimnisvollen unterirdischen Zivilisation gesucht, die über eine ungeheuer mächtige Energie namens „Vril“ verfüge, mit deren Hilfe man die Welt grundlegend verändern könne.[76] Das Vril und die unterirdische Zivilisation sind Motive aus Edward Bulwer-Lyttons fiktionaler Schrift The Coming Race von 1871, die auf Helena Blavatsky und andere einflussreiche Theosophen und Okkultisten wie William Scott-Elliot oder den frühen Rudolf Steiner einen großen Einfluss ausgeübt hatte. In deutschen okkultistischen Kreisen wurde das Vril vor allem im Kontext okkulter Naturkräfte rezipiert und gelangte dort zu großer Popularität.[77] Pauwels und Bergier ließen sich von diesen historischen Wurzeln inspirieren und behaupteten, in Berlin sei eine „Vril-Gesellschaft“ eingerichtet worden, mit dem Ziel der Schaffung einer neuen Menschenrasse. Wie Julian Strube in seiner Arbeit über die Genealogie des Vril zeigen konnte, entbehren die Behauptungen von Pauwels und Bergier jedoch jeder historischen Grundlage.[78] Eine noch wichtigere Rolle schrieben Pauwels und Bergier der Thule-Gesellschaft zu, die im Geheimen die eigentlich lenkende Kraft des „Dritten Reiches“ gewesen sei und deren angebliche Mitglieder Dietrich Eckart und Karl Haushofer Hitler durch die Übermittlung geheimen Wissens beeinflusst hätten. Eine Thule-Gesellschaft hat es tatsächlich gegeben, aber sie existierte nur von 1918 bis etwa 1925, und weder Eckart noch Haushofer zählten zu ihren Mitgliedern. Auch kann sie keinesfalls als der mächtige okkulte Orden gelten, als der sie von Pauwels und Bergier geschildert wurde.[79]

In Bevor Hitler kam (1964) baute Dietrich Bronder diese Fiktion weiter aus, indem er Elemente aus Blavatskys Theosophie aufgriff.[80] Demnach sei Haushofer in tibetanische Geheimlehren eingeweiht gewesen, und die Thule-Gesellschaft habe Kontakte mit einem geheimen Klosterorden in Tibet gepflegt. Trevor Ravenscroft schilderte in The Spear of Destiny (1972, deutsch: Der Speer des Schicksals), dass Hitler schon in seiner Wiener Zeit ein eifriger Student des Okkultismus gewesen sei und geplant habe, die in der dortigen Hofburg aufbewahrte Heilige Lanze in Besitz zu nehmen, um ihre vermeintlichen magischen Kräfte zur Erlangung der Weltherrschaft zu nutzen.[81] Später sei er von Eckart und Haushofer in schwarzmagische Rituale eingeweiht und zum Werkzeug böser Mächte gemacht worden.

Rechtsextremismus[Bearbeiten]

Neben der Flut verschwörungstheoretischer Schriften, in denen Hitler und der Nationalsozialismus durch fiktive Verbindungen mit Okkultismus und Satanismus dämonisiert wurden und die während des Krieges zum Teil auch von der alliierten Propaganda herangezogen wurden, gab es in der Nachkriegszeit vereinzelt auch Autoren, welche diesen „Okkultmythos“ aufgriffen, um ihn zur Propagierung rechtsextremer Ansichten und Ziele zu nutzen, so etwa Wilhelm Landig, Savitri Devi und Miguel Serrano.[82] Im Zentrum dieser Vermengung von Rechtsextremismus und Esoterik stand bereits seit den 1950er Jahren das Motiv der so genannten Schwarzen Sonne, das sich insbesondere seit den 1990er Jahren einer großen und wachsenden Popularität erfreut. Es sind dabei Kontinuitäten von der ersten Generation um Landig bis hin zu noch heute aktiven Gruppierungen, wie die Autoren um die Tempelhofgesellschaft, nachgewiesen worden.[83]

Literatur[Bearbeiten]

  • Claudia Dichter, Michael Krajewski, Susanne Zander (Hrsg.): The Message – Kunst und Okkultismus. König, Köln 2007, ISBN 978-3-86560-342-5.
  • Sabine Doering-Manteuffel: Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung – Von Gutenberg bis zum World Wide Web. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-888-5.
  • Sabine Doering-Manteuffel: Okkultismus. Geheimlehren, Geisterglaube, magische Praktiken. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61220-6.
  • David Allen Harvey: Beyond Enlightenment. Occultism and Politics in Modern France. Northern Illinois University Press, DeKalb 2005, ISBN 0-87580-344-X.
  • Carl Kiesewetter: Geschichte des neueren Okkultismus. Geheimwissenschaftliche Systeme von Agrippa von Nettesheim bis Carl du Prel. Leipzig 1891; Marix, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-86539-121-6.
  • Johannes Mischo: Okkultismus bei Jugendlichen. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung. Grünewald, Mainz 1991, ISBN 3-7867-1525-4.
  • Alex Owen: The Place of Enchantment. British Occultism and the Culture of the Modern. University of Chicago Press, Chicago 2004, ISBN 978-0-226-64204-8.
  • Priska Pytlik: Okkultismus und Moderne. Ein kulturhistorisches Phänomen und seine Bedeutung für die Literatur um 1900. Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 3-506-71382-5.
  • Corinna Treitel: A Science for the Soul. Occultism and the Genesis of the German Modern. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2004, ISBN 0-8018-7812-8.
  • James Webb: The Occult Underground. Open Court, La Salle 1974, ISBN 0-8126-9073-7.
    • deutsch: Die Flucht vor der Vernunft. Politik, Kultur und Okkultismus im 19. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-86539-213-8.
  • James Webb: The Occult Establishment. Open Court, La Salle 1976, ISBN 0-87548-434-4.
    • deutsch: Das Zeitalter des Irrationalen. Politik, Kultur & Okkultismus im 20. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-86539-152-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Okkultismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Okkultismus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eberhard Bauer, Bernhard Wenisch: Okkultismus, in: Hans Gasper, Joachim Müller, Friederike Valentin: Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Herder, Freiburg, 6. Aufl. 2000, S. 768–775, hier S. 768.
  2. Gerhard Wehr, Lexikon der Spiritualität, Köln 2006, S. 251; Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-36753-7, S. 936.
  3. Wouter J. Hanegraaff: Occult/Occultism, in Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Leiden 2005, S. 884 f.
  4. a b c Hanegraaff, S. 886.
  5. a b Carl Kiesewetter: Geschichte des neueren Okkultismus, Wiesbaden 2007, S. 20 f.
  6. Kocku von Stuckrad: Was ist Esoterik? Kleine Geschichte des geheimen Wissens, C. H. Beck, München 2004, S. 107 f.
  7. a b Hanegraaff, S. 887.
  8. Antoine Faivre: Esoterik im Überblick, Freiburg 2001, S. 73–77.
  9. Siehe auch Frances A. Yates: The Occult Philosophy in the Elizabethan Age, 1979; deutsch: Die okkulte Philosophie im elisabethanischen Zeitalter, Clemens Zerling, Berlin 2001; sowie Martin Dembowsky: Okkulte Philosophie: Geschichte einer vergessenen Inspirationsquelle bei Philognosie.
  10.  Andrew Duxfield: Doctor Faustus and Renaissance Hermeticism. In: Sara Munson Deats (Hrsg.): Doctor Faustus. A Critical Guide. Continuum, London u. a. 2010, S. 100.
  11. Duxfield, S. 98
  12. a b Duxfield, S. 108
  13. Duxfield, S. 107
  14. Hanegraaff, S. 885 f.
  15. Hanegraaff, S. 887 f.; Antoine Faivre: Access to Western Esotericism, Albany 1994, S. 34 f.; Eduard Gugenberger, Roman Schweidlenka: Mutter Erde – Magie und Politik zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft, Wien 1987, S. 69.
  16. Hanegraaff, S. 888.
  17. Bauer & Wenisch, S. 769.
  18. Edward A. Tiryakian: Toward the Sociology of Esoteric Culture. In: On the Margin of the Visible – Sociology, the Esoteric, and the Occult, 1974, S. 257–280.
  19. Robert Galbreath: Explaining modern occultism. In: Howard Kerr, Charles L. Crow (Hrsg.), The Occult in America – New Historical Perspectives, 1983, S. 11–37.
  20. Nicholas Goodrick-Clarke, Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Lizenzausgabe Wiesbaden 2004, S. 23.
  21. Faivre 2001, S. 111.
  22. Faivre 2001, S. 112–114.
  23.  Hans Biedermann (Hrsg.): Okkultismus. In: Handlexikon der magischen Künste. Von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert. 2., verbesserte und wesentlich vermehrte Auflage. Akademische Druck- u. Verlagsanstalt, Graz 1973, ISBN 3-201-00844-3, S. 377.
  24. Stuckrad, S. 200–203; Treitel, S. 85 f.
  25. Goodrick-Clarke 2004, S. 24–27.
  26.  Clare Goodrick-Clarke, Clare Goodrick-Clarke, Nicholas Goodrick-Clarke (Hrsg.): G. R. S. Mead and the Gnostic Quest (= Western Esoteric Masters Series). North Atlantic Books, Berkeley 2005, ISBN 1-55643-572-X, S. 2–10 (http://books.google.de/books?id=CwKkFAWtimoC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  27.  Clare Goodrick-Clarke, Clare Goodrick-Clarke, Nicholas Goodrick-Clarke (Hrsg.): G. R. S. Mead and the Gnostic Quest (= Western Esoteric Masters Series). North Atlantic Books, Berkeley 2005, ISBN 1-55643-572-X, S. 19–25 (http://books.google.de/books?id=CwKkFAWtimoC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  28.  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 45 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  29.  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 44–47 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  30.  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 99 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  31. a b c  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 58 f. (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  32.  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 50 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  33. a b c  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 61–63 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  34. a b  Christopher McIntosh: The Rosicrucians. The History, Mythology, and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser, Inc., York Beach 1998, ISBN 0-87728-920-4, S. 104 (http://books.google.de/books?id=d5d_AhziPZsC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  35.  Chic Cicero, Sandra Tabatha Cicero: The Essential Golden Dawn. An Introduction to High Magic. Llewellyn Publications, St. Paul 2004, ISBN 0-7387-0310-9, S. 64–66 (http://books.google.de/books?id=WVoWXSd9owIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 3. August 2012).
  36. Corinna Treitel: A Science for the Soul – Occultism and the Genesis of the German Modern, Johns Hopkins University Press, Baltimore und London 2004, S. 37–40.
  37. Treitel, S. 3–24.
  38. Treitel, S. 39.
  39. Treitel, S. 40 f., 52 und 83 f.
  40. Treitel, S. 41–45.
  41. Treitel, S. 50–53.
  42. Treitel, S. 56–76.
  43. Treitel, S. 93–102.
  44. Treitel, S. 102–107; ausführlich dargestellt bei Goodrick-Clarke 2004.
  45. In der Nachkriegszeit wurde im Bayerischen Landtag 1954 ein neuer Gesetzesentwurf vorgelegt, dessen Strafbestimmungen in Artikel 27 sich auf die „sehr populären Hellseher und Astrologen“ konzentrierte. Der 1955 vorgelegte Gesetzesentwurf enthielt keinen Gaukeleiartikel mehr, vermutlich unter anderem wegen der Nichtstrafbarkeit in anderen Bundesländern (entsprechende Verbote hielten sich jedoch in Württemberg-Baden und Hessen), der als nicht möglich eingestuften „zuverlässige[n] Abgrenzung strafwürdiger Wahrsagepraktiken gegenüber dem weiten Gebiet der Parapsychologie“ und der bedenklichen Nähe des Artikels zur Betrugsbestimmung und damit des Widerspruchs zum Bundesrecht, das den Strafbestand des Betrufes im Strafgesetzbuch regle. Neben der Gesetzgebung zeigte auch die Rechtsprechung „deutliche ‚Aufweichungstendenzen‘“: Hellseher wurden nicht mehr wegen Betrugs verurteilt, und „[d]ie zahlreichen Verfahren gegen die entstrahlenden Rutengänger endeten mit Einstellung oder Freispruch“. ( Herbert Schäfer: Der Okkulttäter. KRIMINALISTIK, Verlag für kriminalistische Fachliteratur, Hamburg 1959, S. 6 f.)
  46. Treitel, S. 192–209.
  47. Treitel, S. 213.
  48. Goodrick-Clarke 2004, S. 155–166.
  49. Andreas Klump: Rechtsextremismus und Esoterik – Verbindungslinien, Erscheinungsformen, offene Fragen. 2001, archiviert vom Original am 21. Juni 2008, abgerufen am 28. Dezember 2010 (deutsch).
  50. Treitel, S. 220 f.
  51. Treitel, S. 222 f.
  52. Treitel, S. 224–226.
  53. Treitel, S. 213 f.
  54. Treitel, 224 f.
  55. Zitiert nach Uwe Schellinger, Andreas Anton, Michael Schetsche: Zwischen Szientismus und Okkultismus. Grenzwissenschaftliche Experimente der deutschen Marine im Zweiten Weltkrieg, Zeitschrift für Anomalistik 10: 287–321 (2010), Zitat auf S. 293.
  56. Schellinger et al., S. 292.
  57. Zitiert nach Schellinger et al., S. 294
  58. a b Schellinger et al., S. 295
  59.  Nicholas Goodrick-Clarke: The Western Esoteric Traditions: A Historical Introduction. Okford University Press, New York 2008, ISBN 978-0-19-532099-2, S. 232 f. (http://books.google.de/books?id=IPwoK5XYXrAC&printsec=frontcover&dq=inauthor:%22Nicholas+Goodrick-Clarke%22&hl=de&sa=X&ei=RKZaUd_wJ8vHswaGtYGwCw&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 2. April 2013).
  60.  Nicholas Goodrick-Clarke: The Western Esoteric Traditions: A Historical Introduction. Okford University Press, New York 2008, ISBN 978-0-19-532099-2, S. 233 (http://books.google.de/books?id=IPwoK5XYXrAC&printsec=frontcover&dq=inauthor:%22Nicholas+Goodrick-Clarke%22&hl=de&sa=X&ei=RKZaUd_wJ8vHswaGtYGwCw&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 2. April 2013).
  61.  Nicholas Goodrick-Clarke: The Western Esoteric Traditions: A Historical Introduction. Okford University Press, New York 2008, ISBN 978-0-19-532099-2, S. 233 f. (http://books.google.de/books?id=IPwoK5XYXrAC&printsec=frontcover&dq=inauthor:%22Nicholas+Goodrick-Clarke%22&hl=de&sa=X&ei=RKZaUd_wJ8vHswaGtYGwCw&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false, abgerufen am 2. April 2013).
  62. Zitiert nach Sabine Doering-Manteuffel: Okkultismus, Beck, München 2011, S. 7.
  63. Faivre 2001, S. 112.
  64. Treitel, S. 108–110. Siehe auch Priska Pytlik: Okkultismus und Moderne. Ein kulturhistorisches Phänomen und seine Bedeutung für die Literatur um 1900. Schöningh, Paderborn 2005.
  65. Treitel, S. 110.
  66. Treitel, S. 154–161.
  67. Treitel, S. 143–150.
  68.  Herbert Schäfer: Der Okkulttäter. KRIMINALISTIK, Verlag für kriminalistische Fachliteratur, Hamburg 1959, S. 4–10.
  69. Schellinger et al.
  70. Goodrick-Clarke 2004, S. 186–193; H. T. Hakl: Nationalsozialismus und Okkultismus, bei Goodrick-Clarke 2004, S. 194–217.
  71. Hakl, S. 211 f.
  72. Hakl, S. 211.
  73. Hakl, S. 212–214.
  74. Hakl, S. 215 f.
  75. Goodrick-Clarke 2004, S. 188 f.; Hakl, S. 217.
  76. Goodrick-Clarke 2004, S. 187.
  77. Julian Strube: Vril. Eine okkulte Urkraft in Theosophie und esoterischem Neonazismus. München/Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2013, ISBN 978-3-7705-5515-4, S. 55–123.
  78. Strube 2013, S. 126–142.
  79. Siehe hierzu Hermann Gilbhard, Die Thule-Gesellschaft. Vom okkulten Mummenschanz zum Hakenkreuz. München, Kiessling 1994.
  80. Goodrick-Clarke 2004, S. 189 f.
  81. Goodrick-Clarke 2004, S. 190–192.
  82. Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne, marixverlag, Wiesbaden 2009.
  83. Julian Strube: Die Erfindung des esoterischen Nationalsozialismus im Zeichen der Schwarzen Sonne. In: Zeitschrift für Religionswissenschaft. Bd. 20, Heft 2, 2012, ISSN 0943-8610, S. 223–268, doi:10.1515/zfr-2012-0009.



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