Schule für Spirituelles Heilen | Ausbildung Spirituelles Heilen| Akademie Spirituelles Heilen, Seminar Spirituelles Heilen | zertifiziertes Spirituelles Heilen

FAQ Spirituelles Heilen | Schule für Spirituelles Heilen - Spirituelle Heilerseminare und Spirituelle Schulungen - Part 2
08152 980 178
info@geistigesheilen.biz | Schule für spirituelles Heilen

FAQ Spirituelles Heilen

Qigongkugeln

Der folgende Artikel ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Die Seiten Klangkugel und Qigongkugeln überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. 91.16.108.38 23:43, 23. Mär. 2010 (CET)

Qigongkugeln

Qigongkugeln (auch ChiGong-Kugeln, Qi-Gong-Kugeln oder kurz Qi-Kugeln genannt) oder Baodingkugeln (chinesisch 健身球 jianshenqiu ‚Kugeln zur Kräftigung der Gesundheit‘) sind Kugeln mit einem Durchmesser von ca. 40-50 mm. Die kleinsten, die sich sinnvoll im Sinne des QiGong anwenden lassen, sind 30 mm groß, die größten bis zu 80 mm. Die meisten Ausführungen sind hohl und haben im Inneren Klangelemente eingebaut. Der Name Qigong setzt sich dabei zusammen aus dem Wort Qi, die Lebensenergie, deren Zirkulation im Körper mit Gesundheit gleichzusetzen ist und dem Wort Gong, welches eine Technik zur Kultivierung dieser persönlichen Lebensenergie bezeichnet.

Ein Set, üblicherweise mit einer Schatulle zur Aufbewahrung, besteht aus zwei Kugeln mit unterschiedlichem Klang. Dabei erzeugen zwei Innenkugeln einen hohen Ton, der das Weibliche (Yin), und einen tiefen Ton, der das Männliche (Yang) symbolisieren. Ursprünglich wurden diese Klänge auch als Phönix– bzw. Drachen-Ruf bezeichnet.

Der Gebrauch von Qigongkugeln geht bis in die Ming-Dynastie (China) zurück. Anfangs waren die Kugeln nur einfache Walnüsse, Kastanien oder ähnliches, mit denen die Fingerfertigkeit angeregt werden sollte. Im Lauf der Jahrhunderte wurden daraus Stein-, Ton- oder Metallkugeln (seit dem 14 Jhd.) bis hin zu kleinen Kunstwerken mit aufwendigen, klingenden Innenleben. Seit dem 18 Jahrhundert finden sich auch künstlerische Verzierungen auf den Oberflächen der kleinen Kugeln.

Die Qigongkugeln heißen dann Baoding-Kugeln, wenn diese in der Stadt Baoding in der chinesischen Provinz Hebei hergestellt worden sind.

Anwendung und Nutzen[Bearbeiten]

Baodingkugeln

Nach chinesischer Tradition sollen die Kugeln das Gleichgewicht von Yin und Yang im eigenen Körper wiederherstellen. Zudem sollen die Reflexzonen der Hand stimuliert werden.

Es finden sich verschiedene Übungen, die nach Anzahl der Kugeln und Geschicklichkeit des Übenden variieren können. Bei diesen Übungen kann unter anderem zwischen dem Drehen (Bewegung der Kugeln ohne Berührung untereinander), Schieben (Bewegung mit Aneinanderreiben der Kugeln) und Rollen (Bewegung nur einer Kugel auf der Hand) unterschieden werden.

Traditionell sollen verschiedene Akupunkturpunkte der Hand aktiviert werden. Blockaden im Qi-Fluss des Körpers sollen so gelöst werden und somit auch auf die Besserung chronischer Krankheiten unterstützend eingewirkt werden. Nach chinesischer Tradition erreicht man durch das Erlernen des Kugeldrehens eine Harmonisierung des Körpers. Dies soll gleichzeitig auch die Möglichkeiten zur geistigen Weiterentwicklung des Individuums erweitern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann, D. Q.: Annäherung an die Qi Gong Kugeln. Neuromedizin Verlag, Bad Hersfeld 1996. ISBN 978-3-930926-04-6
  • Höting, H.: Qi Gong Kugeln. Hugendubel Verlag, München 2002.
  • Paulus, E. & Yuhe, D.: Chinesische Gesundheitskugeln halten Sie jung und vital. Kai Yeh Verlag, Köln 1988.
  • Weigerstorfer, R.: Qi-Gong Kugeln – Die Wirkungen und viele Übungen. Satori-Verlag, Regensburg 2004.

Weblinks[Bearbeiten]



This article uses material from the Wikipedia article Qigongkugeln, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Rebirthing

Rebirthing (auf dt. Wiedergeburt) ist eine besondere Technik des zirkulären Atmens, also des Ein- und Ausatmens ohne Pausen. Begründer dieser Atemtechnik war in den 1960er Jahren Leonard Orr, der sie durch Selbstversuche entwickelte und als Methode zur Atem- und Bewusstseinsschulung verstand. Diese Atemtechnik kann zur Hyperventilation führen. Teilweise wird diese bewusst angestrebt.

Die Anhänger dieser Methoden bezeichnen sie als Selbsterfahrungstechnik, die dazu dienen soll, mehr „inneren Raum“ zu ermöglichen. „Innerer Raum“ kann nach Auffassung der Vertreter von Rebirthing dann entstehen, wenn Gewohnheiten bewusst nachempfunden und losgelassen werden. Auch Atemmuster gehören zu diesen Gewohnheiten. Häufig wird Rebirthing dem Namen entsprechend praktiziert, um durch diese Form des Atmens das eigene Geburtserlebnis ins Bewusstsein zu holen. Es ist umstritten, ob dies möglich ist. Auch andere Inhalte des Unbewussten, verdrängte Gefühle und Erfahrungen, sollen durch diese Atemtechnik bewusst gemacht werden können, um „bearbeitet“ zu werden.

Es gibt keine einheitliche Ausbilder für Rebirthing-Therapeuten und keine staatlich anerkannte Bezeichnung. Mittlerweile haben sich verschiedene Richtungen des Rebirthing entwickelt, eine davon ist Holotropes Atmen.

Kritik und Risiken[Bearbeiten]

  • Etliche Psychologen bezweifeln, dass während eines Rebirthings tatsächlich die eigene Geburt wiedererlebt wird; sie halten das für Halluzinationen aufgrund des Hyperventilierens.
  • Hyperventilation kann zur Bewusstseinstrübung und zu Bewusstlosigkeit führen. Für Menschen mit Asthma, Herzproblemen oder Epilepsie kann diese Methode lebensgefährlich sein.
  • Viele Anbieter haben keine fundierte psychologische Ausbildung und sind nicht in der Lage, den Klienten beim Verarbeiten unbewältigter Erinnerungen und Gefühle professionell zu helfen. Wiederbelebte Traumata können Betroffene erneut traumatisieren.
  • Die seelische Stabilität der Teilnehmer an Rebirthings wird vorher in der Regel nicht überprüft.

Weblinks[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!



This article uses material from the Wikipedia article Rebirthing, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Pyramidenenergie

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Als Pyramidenenergie wird der angebliche Einfluss eines pyramidenförmigen Behälters oder Gebäudes auf darin befindliche Gegenstände und Lebewesen bezeichnet. Pyramiden-Behälter werden heutzutage in beträchtlichem Umfang kommerziell vertrieben, im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen zum Eigenbau.

Auslöser dieses Glaubens ist – nach einer heute allgemein verbreiteten Theorie – ein scherzhafter Leserbrief des schottischen Physikers Reginald Jones in der Londoner Times, der 1939 unter dem Pseudonym Colonel Musselwhite behauptete, Rasierklingen würden durch das Magnetfeld der Erde wieder geschärft, wenn man sie nach den magnetischen Feldlinien ausrichtet.

Einer esoterischen Lehre zufolge wird „kosmische Strahlung“ von Pyramiden ähnlich gebrochen wie Licht von einem Prisma. Den in verschiedenen Höhenlagen einer Pyramide vorherrschenden Teilen des Frequenzspektrums werden daraufhin verschiedene Nutzungsmöglichkeiten zugeordnet, wie zum Beispiel Konservierung von Nahrungsmitteln oder Mumien (wenn sie genau nach Norden und Süden ausgerichtet sind). Auch stumpfe Rasierklingen sollen sich darin von selbst wieder schärfen (Tschechisches Patent Nr. 91304 von 1959 an Karel Drbal).

Literatur[Bearbeiten]

  • Enel. Radiations des Formes et Cancer. – Paris, 1958. 98 p
  • Höpfner, Otto: Einhandrute und Pyramidenenergie. Hilfsmittel für die Gesundheit, Silberschnur, Melsbach 1989, ISBN 3-923781-39-3
  • Flanagan, Patrick: Pyramid Power: The Millennium Science, Pyramid Publishers, Glendale (Calif.) 1997, ISBN 0-964-88126-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]



This article uses material from the Wikipedia article Pyramidenenergie, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Qi

Dieser Artikel behandelt Qì als einen Begriff aus der daoistischen Kultur Ostasiens. Weitere Bedeutungen finden sich unter Qi (Begriffsklärung).

Der chinesische Begriff (chinesisch  /  , IPA (hochchinesisch) [ˈtʃiː], W.-G. Ch’i), auch als Ch’i, in Japan als Ki (jap. ) und in Korea als Gi bekannt, bedeutet Energie, Atem oder Fluidum, kann aber wörtlich übersetzt auch Luft, Gas (in der Chemie/Physik), Dampf, Hauch, Äther sowie Temperament, Kraft oder Atmosphäre bedeuten. Außerdem bezeichnet Qi die Emotionen des Menschen und steht nach moderner daoistischer Auffassung auch für die Tätigkeit des neurohormonalen Systems.

Qi ist ein zentraler Begriff des Daoismus. Der Begriff findet sich bereits im 42. Kapitel des Daodejing; der daoistische Philosoph Zhuangzi beschrieb den Kosmos als aus Qi bestehend. Darüber hinaus ist die Vorstellung vom Qi die ideelle Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und der sogenannten inneren Kampfkünste.

Die Vorstellung vom Qi prägt bis heute das Weltverständnis vieler Menschen in Asien und zunehmend auch im Westen und hat Bedeutung für verschiedene Religionen. In adaptierter Form findet das mit dem Begriff verbundene Konzept seit dem 19. Jahrhundert auch Eingang in das westliche Denken, insbesondere als Bestandteil esoterischer Lehren.

Natur des Qi[Bearbeiten]

Nach Auffassung der Kultur des Alten China und des Daoismus durchdringt und begleitet das Qi alles, was existiert und geschieht.

Als Substanz, aus der das ganze Universum sowohl in physischer als auch geistiger Hinsicht besteht, wird es vorgestellt als vitale Energie, Lebenskraft oder eines alles durchdringenden kosmischen Geistes, ist dabei aber weder physischer noch geistiger Natur. In einer sich ständig verändernden Wirklichkeit stellt das Qi die einzig konstante Größe dar.

Nach daoistischer Vorstellung entstand die Welt aus dem ursprünglichen Qi (Yuanqi), in dem Yin und Yang noch vermischt waren. Himmel und Erde bildeten sich erst durch Trennung des Einen: Was Yangqi empfing, stieg hell und klar empor und wurde Himmel, was Yinqi erhielt, wurde dunkel und schwer und sank zur Erde. Und was Yin und Yang in gerechtem und ausgewogenem Maße erhielt, war der Mensch in der Mitte.

Nach diesen Vorstellungen atmen wie der Mensch auch Himmel und Erde. Ihr Fluss ist wie beim Menschen beim Einatmen rein und unverbraucht und beim Ausatmen verbraucht. Daher teilt sich der Tag in zwei Abschnitte: Zwischen Mitternacht und Mittag ist die Zeit, in der Himmel und Erde einatmen. Nur in diesem Zeitraum sollten Atemübungen ausgeführt werden, da nur dann positive Energie aufgenommen werden kann, nicht jedoch in der Zeit zwischen Mittag und Mitternacht, weil dann Himmel und Erde ausatmen.

Eine besondere Bedeutung hat der Fluss des Qi für die belebte Welt. So trägt z. B. das Qi der Sonne zum Wachstum der Pflanzen bei, das Qi der Leber verteilt das Blut im Körper, das Qi der Mutter behütet das Kind, das Qi der Erde trägt das Haus usw.

Neiqi und Waiqi[Bearbeiten]

Der Begriff Neiqi steht für den „Inneren Atem“ und bezeichnet die im Inneren des Körpers gespeicherte Energie. Hierzu steht im Gegensatz Waiqi, der „Äußere Atem“, also die eingeatmete Luft. Das Neiqi ist die bei der Geburt übernommene Energie des Ur-Atems, des Yuanqi (s. o.). Bei der Geburt des Menschen bilden sich durch Aufnahme des Ur-Qi Geist, Körper, Speichel und Samen des Mannes.

Nach daoistischer Auffassung kommt es darauf an, das Neiqi im Inneren des Körpers zu stärken, zu formen und zu erhalten beziehungsweise möglichst in seinen ursprünglichen, reinen Zustand zurückzuführen. Hierzu dienen zahlreiche daoistische Atemübungen. Bis in die Tang-Dynastie herrschte die Meinung vor, dass bei Atemübungen die Luft anzuhalten sei, um die Energie im Körper zu erhalten und zirkulieren zu lassen. Diese Auffassung änderte sich dann in der Mitte der Tang-Dynastie. Es setzte sich nun die Meinung durch, dass beim Zirkulieren des Atems nicht das äußere Qi, sondern das innere Qi im Körper kreist, wodurch man von der gefährlichen Übung des Atemanhaltens für bis zu 200 Herzschläge Abstand nehmen konnte.

Auf dem Verständnis von Qi basierende Lehren[Bearbeiten]

Naturgemäß wurde dem Qi des Menschen schon immer besonderes Interesse entgegengebracht. Es bildeten sich daher eine Reihe von Lehren und Techniken, die besondere Wirkungen durch eine gezielte Beeinflussung des Qi herbeizuführen versuchten.

Dabei wurde der allgemeine Begriff „Qi“ weiter verfeinert, wenn von speziellen Phänomenen oder Prozessen die Rede ist. So stammt z. B. das obengenannte „Leber-Qi“ aus dem Wortschatz der traditionellen chinesischen Medizin und beschreibt das Qi, das dem Leber-Organ erlaubt, seine Funktion im menschlichen Körper auszuüben.

Neokonfuzianismus[Bearbeiten]

Eine bedeutende Rolle spielte das Qi in der Lehre des neokonfuzianischen Philosophen Zhu Xi, der die beiden großen traditionellen Lehren des alten China, den Daoismus und den Konfuzianismus, miteinander zu verbinden versuchte. Zhu Xi unterschied Qi, den materiellen Aspekt der Wirklichkeit, und Li, das Prinzip, also den formellen Aspekt. Die Verbindung beider Wirklichkeitsaspekte führt seiner Auffassung nach zur Entstehung der sichtbaren Welt.

Qigong[Bearbeiten]

Als Meditations-, Konzentrations– und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist beschäftigt sich Qigong („Arbeit am Qi“) mit der Stärkung und Harmonisierung des Qi im menschlichen Körper. Qigong gilt ebenfalls als eine der fünf Säulen der traditionellen chinesischen Medizin. Siehe auch Faqi.

Feng Shui[Bearbeiten]

Im Feng Shui wird die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt betrachtet. Es gilt diese so zu gestalten, dass sie dem Menschen angenehm und förderlich ist und dadurch der Kreislauf des Qi im Körper günstig beeinflusst wird. Ebenso sollen ungünstige oder schädliche Wirkungen beseitigt werden. So wird im Feng Shui beispielsweise vom „schlechten Qi des Badezimmers“ gesprochen, wenn die schädlichen Einflüsse, die von einem Badezimmer ausgehen, betrachtet werden.

Kampfkünste[Bearbeiten]

In vielen fernöstlichen Kampfkünsten spielt die bewusste Wahrnehmung und Kontrolle über das Qi eine Rolle. Beispiele sind insbesondere die inneren Kampfkünste wie das Taijiquan und Aikidō, aber auch die Shaolin-Kampfkünste. Dabei soll einerseits das Praktizieren der Kampfkunst den Fluss des Qi stärken und harmonisieren, andererseits soll der Praktizierende das Qi auch für die Kampfkunst verwenden können. Beispielsweise wird die Fähigkeit eines Kämpfers, bei einem Bruchtest dicke Bretter mit einem Schlag zerteilen zu können und sich dabei nicht zu verletzen, darauf zurückgeführt, dass dieser durch langes Training in der Lage ist, das Qi auf einen schmalen Bereich der Handkante zu konzentrieren. Die Stärke des Qi zeige sich neben der Freisetzung von Kraft auch in der Aufmerksamkeit für den Qi-Fluss in einer Konfliktsituation, was den Kampfkünstler in die Lage versetze, die Intentionen des Kontrahenten frühzeitig wahrzunehmen. Manche Kampfkünste wie das Aikidō entwickelten daraus das Prinzip des Aiki, d. h. der Abstimmung der Bewegung auf das universelle Qi zum Zwecke der Harmonisierung kontrahenter Energien.[1]

Qi in der traditionellen chinesischen Medizin[Bearbeiten]

Qi wird in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als generelle Lebensenergie oder Energie des Spirituellen angesehen. Das Qi im Körper wieder in seinen natürlichen, ausgeglichenen Zustand zu bringen, ist das Grundprinzip jeder traditionellen chinesischen Therapieform.

Bei einer perfekten Harmonie beider Kräfte ist auch der Qi-Fluss im Körper ausgeglichen. Das Modell der traditionellen chinesischen Medizin geht davon aus, dass der menschliche Körper im Inneren Funktionskreise beziehungsweise „Elemente“ aufweist, die mit einem Energiefluss korrespondieren, der teilweise an der Körperoberfläche und teilweise leicht darunter verläuft. Nach daoistischer Auffassung sind die wichtigsten Bahnen das Diener- und das Lenkergefäß. Man nennt diese Kanäle des Energieflusses „Leitbahnen“ oder „Meridiane“. Diese Vorstellungen widersprechen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Funktion und Aufbau des menschlichen Körpers.

Krankheit ist ein Produkt der Unterbrechung dieses harmonischen Flusses. Nach dieser Auffassung kann Krankheit u. a. durch mangelnden Qi-Fluss, durch Stockung, durch Mangel an Qi selbst oder durch verbrauchtes Qi, das nicht abgeleitet wurde, entstehen. Die TCM versucht daher, physische Krankheiten durch verschiedene Praktiken zu kurieren, die ein Ausbalancieren des Qi-Flusses im Körper zum Ziel haben. Einige dieser Techniken enthalten Pflanzenmedizin, spezielle Diäten und Ernährungslehren sowie Akupunktur. Da ein so genanntes vorgeburtliches Qi nicht vermehrt werden kann, steht die TCM Hungerkuren sehr kritisch gegenüber. Sie sollten nicht im Alltag durchgeführt werden, sondern nur spirituellen Zwecken dienen, etwa zur Meditation.

Qi und westliche Kultur[Bearbeiten]

Die Idee eines den Körper durchströmenden Qi-Stromes ist wesentlicher Teil des daoistischen Weltbildes und basiert auf sehr frühen chinesischen Vorstellungen, die auch heute noch von vielen Menschen in Asien getragen werden. Da das traditionelle daoistische Denken nicht in gleichem Maße wie die heutige naturwissenschaftliche Sicht zwischen objektiv-äußerer und subjektiv-innerer Wirklichkeit unterscheidet, stellen die unterschiedlichen Bedeutungsinhalte des Begriffs (Emotionen des Menschen, Atem, Dampf, Energie usw.) für Menschen, die von der Existenz des Qi überzeugt sind, keinen Widerspruch dar. Da das traditionelle Wissen eher auf Heil- und Wirksamkeit ausgerichtet ist als auf Gewinn an objektiver Erkenntnis, genügt es, die Wirkung des Qi in der Welt wahrzunehmen bzw. in den Wirkungen der auf dem Konzept aufbauenden Techniken zu spüren bzw. zu erahnen.

Eine Assimilation neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ist daher meist erfolgreich. Diese werden in das vorhandene Weltbild integriert, sofern sie für dessen Verständnis nützlich sind. Beispielsweise überraschte die Entdeckung von „Bazillen“ als Krankheitserreger die traditionelle chinesische Medizin nicht, da sie aus daoistischer Sicht phänomenologisch schon seit über 2000 Jahren funktional bekannt waren. Das Konzept eines „Abwehr-Qì“ konnte ebenfalls um die Erkenntnis der Immunabwehr erweitert werden.

Durch die Beschäftigung mit den traditionellen chinesischen Lehren und die Übernahme der genannten Gesundheitslehren und Techniken hat sich das Qi-Konzept seit den 1970er Jahren auch zunehmend in den Vorstellungen von Menschen des westlichen Kulturkreises verbreitet. Dabei kann es zu einer Vereinfachung des komplexen daoistischen Systems kommen. Besonders in der Esoterik wird das Qi dann als eine Art feinstoffliche Energie verstanden. Diese Ansicht wird durch die vereinfachte Übersetzung von Qi als Lebensenergie oder dergleichen verstärkt. Von naturwissenschaftlich geprägten Menschen wird diese Erklärung abgelehnt, da die Existenz einer solchen Energieform naturwissenschaftlich nicht belegt ist. Andere sehen im Qi ein nützliches Konzept, das dabei hilft, verschiedene Phänomene zu verstehen und die Fähigkeiten zu entwickeln, diese zu beeinflussen. In diesem Erklärungsmodell hat das Qi keine physikalische Realität, sondern es handelt sich lediglich um eine phänomenologische Beschreibung der Realität. Diese Erklärung steht nicht im Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Parallele Begrifflichkeiten[Bearbeiten]

Das Konzept des Qi kommt in vielen anderen Kulturen in ähnlicher Form vor.

Klassische Konzepte[Bearbeiten]

  • Prana, die indische Konzeption
  • Lung, der tibetische Ausdruck
  • Mana, in den kulturellen und religiösen Überzeugungen der Völker Polynesiens
  • Bif oder Wurd, die germanische Konzeption
  • Pneuma, antike griechische Auffassung unter dem Blickwinkel der Gesamtheit des Qì
  • Baraka, klassische arabische Auffassung; ist stark an Orte und teilweise an Personen und deren Heilkraft gebunden
  • Geomantie, Lehren arabischer Herkunft, die im mittelalterlichen Abendland reflektiert wurden

Neuere Konzepte[Bearbeiten]

Zudem bestehen neuere, teils esoterische Konzeptionen, in denen auch – entweder implizit oder sogar expressis verbis – Bezug auf das Qi genommen wird:

Sportmedizinische Sichtweise[Bearbeiten]

Im westlichen Athletentraining spielt die klassische Sichtweise des Qi kaum eine Rolle. Bei physiologisch orientierten Versuchen, in denen asiatische Kampfkünstler angaben, ihr Qi in bestimmten Körperteilen z. B. in den Armen oder Beinen zu konzentrieren, zeigten Wärmebildkameras, dass genau dort eine erhöhte Muskelspannung vorlag, die für besondere Leistungen, wie kräftige Schläge auszuhalten oder auszuführen, vorbereitet war. Unter einem rein physiologischen Gesichtspunkt betrachtet, kann Qi demnach auch als einfache Muskelanspannung beschrieben werden, die man bewusst durch Nervenimpulse kontrolliert und vor allem konzentriert.

Da es sich bei Nervenimpulsen sicherlich auch um eine Art Lebensenergie handelt, ist die traditionelle Sicht des Qi nicht einmal falsch, es ist nur weniger mythisch und spielt als zu trainierendes Potenzial auch im normalen Training noch seinen Faktor, wenn auch nur als zu messende elektrolytische muskelspannungsregulierende Wirkung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Kubny: Qi – Lebenskraftkonzepte in China. Definitionen, Theorien und Grundlagen. Haug, Heidelberg 1995, ISBN 3-7760-1492-X (Erfahrungsheilkunde, Naturheilverfahren: Zugleich: München, Univ., Diss., 1993).
  • Tom Williams: Was das Qi zum Fließen bringt. Grundlagen und Methoden der traditionellen chinesischen Medizin. Aurum-Verlag, Braunschweig 1996, ISBN 3-591-08382-8 (Ganzheitlich gesund).
  • Andrea Zauner-Dungl: Ist Qi Gong zur Prävention Idiopathischer Wirbelsäulenstörungen geeignet? In: Wiener Medizinische Wochenschrift. 154, 23–24, 2004, ISSN 0043-5341, S. 564–567.
  • Ichiro Yamaguchi: Ki als leibhaftige Vernunft. Beitrag zur interkulturellen Phänomenologie der Leiblichkeit. Fink, München 1997, ISBN 3-7705-3204-X (Übergänge 31; Zugleich: Habil.-Schr.).
  • K. W. Chen, M. Samuel, C. Shiflett, N. Ponzio, He Binhui, D. K. Elliott, S. E. Keller: A preliminary study of the effect of the external Qigong on lymphoma growth in mice. In: The Journal of alternative and complementary medicine. Volume 8, Nummer 5, 2002, ISSN 1075-5535, S. 615–621.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kisshomaru Ueshiba: Der Geist des Aikido. Heidelberg 1993.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!



This article uses material from the Wikipedia article Qi, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Psiram

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Esowatch/Psiram
PsiramLogo.jpeg
http://psiram.com/
Motto Realismus als Chance
Beschreibung Wiki mit geschlossenem Autorenkreis
Sprachen deutsch, englisch, französisch, spanisch, italienisch, niederländisch, polnisch, russisch
Eigentümer anonym
Urheber anonym
Erschienen 2007 Esowatch.com;
ab 2012 als Psiram.com
Status aktiv

Psiram (Akronym aus Pseudowissenschaft, Irrationale Überzeugungssysteme, Alternative Medizin) ist eine Website zu „Pseudowissenschaft“, „Esoterik“ und „Verschwörungstheorien“.

Sie beschreibt sich als „Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme“ und allgemein als Verbraucherschutzseite. Sie ist unterteilt in die vier Themenbereiche „Glaubenssysteme“, „Beutelschneidereien“, „Pseudowissenschaften“ und „pseudowissenschaftliche Heilmethoden“.[1]

Die Website existiert seit 2007.[2] Bis Juli 2012 trug sie in Eigenschreibweise den Namen EsoWatch.

Inhalte[Bearbeiten]

Das Angebot besteht aus einem mehrsprachigen Internetlexikon, einem Blog und einem Diskussionsforum. Psiram/Esowatch verwendet für die lexikalische Darstellung der Beiträge die MediaWiki-Software. Der überwiegende Teil der Texte ist in deutscher Sprache verfasst.

Anonymität[Bearbeiten]

Die Autoren der Inhalte agieren unter Pseudonymen, die Betreiber der Website sind nicht öffentlich bekannt.[3] Das anonyme Auftreten dient laut Psiram dem Schutz der Autoren vor möglichen Belästigungen.[4] Sebastian Bartoschek beschreibt die gesetzten Hürden bei der Kontaktaufnahme zu den verantwortlichen Autoren von Psiram als „fast paranoide[s] Verhalten“. Der Kontakt erfolge über chiffrierte Nachrichten und Emails in einer Online-Partnerbörse.[5]

Die Domain esowatch.com wurde laut eigener Auskunft über eine Firma in Hongkong registriert, der Registrar von psiram.com hat seinen Sitz in Panama.[6]. Neue Autoren werden nach eigener Angabe erst auf Anfrage und bei Eignung als Psiram-Autoren zugelassen.[7]

Resonanz[Bearbeiten]

Marcus Anhäuser auf Spiegel Online beschrieb EsoWatch 2009 als „Skeptiker-Seite“ und „Wikipedia-ähnliche[s] Lexikon über Pseudowissenschaft, Esoterik und Verschwörungstheorien.“[8] 2010 wurde Esowatch in der Computerzeitschrift c’t unter der Rubrik Websites aktuell vorgestellt mit der Aussage, Esowatch widme sich dem Kampf gegen Aberglauben, Scharlatanerie und Pseudowissenschaft, und die Einträge im Lexikon seien umfangreich mit Quellen versehen und stellten eine „Fundgrube für naturwissenschaftlich haltbare Argumente“ dar.[9] Das Online-Magazin Telepolis berichtete seit 2008 mehrfach über Aktivitäten von Psiram.[10][11]

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen meint, auf den Psiram-Webseiten seien „neben differenzierten Informationen … heftige Übertreibungen und Polemiken zu finden“ und kommt zu dem Schluss: „Internetforen ohne einen transparenten Betreiber verwirren mehr, als sie nützen“. Kritiker von Esowatch nutzten gleichzeitig fast identisch lautende Domains, um Nutzer gezielt in die Irre zu führen.[3]

Der Psychoonkologe Volker Tschuschke zählt die Seite zu „eher skeptisch zu betrachtende[n] Foren“. Er kritisierte in einem wissenschaftlichen Sammelwerk hochkritische Sichtweisen zur sogenannten „Krebspersönlichkeit“ und eine davon abgeleitete pauschale Ablehnung der Annahme eines persönlichkeitsbedingten Krebsrisikos, wie sie auch von Esowatch (Psiram) vertreten werde.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Interviews[Bearbeiten]

  • Sebastian Bartoschek: Gedankenwelten. Interviews zwischen Science und Fiction. jmb, Hannover 2013, S. 69-77

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Psiram Hauptseite. Abgerufen am 24. September 2012.
  2. Eintrag im Internet Archive vom 28. September 2007
  3. a b Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen : Eso-Watch: Internet-Krieg um Alternativmedizin. materialdienst der EKD, Ausgabe 9/2012, S. 348
  4. Psiram: Impressum. Abgerufen am 24. September 2012.
  5. Sebastian Bartoschek: Gedankenwelten. Interviews zwischen Science und Fiction. jmb, Hannover 2013, S. 70.
  6. http://whois.net/whois/psiram.com abgerufen am 14. Mai 2013
  7. Psiram: Mitmachen. Abgerufen am 24. September 2012.
  8. Marcus Anhäuser:Medizininfos aus dem Netz Wenn Patienten ihre Galle selber spülen. In: Spiegel Online, 13. September 2009, zuletzt aufgerufen am 22. Juli 2012.
  9. Urs Mansmann: Wiki gegen Scharlatane. In c’t18/2010, Seite 186.
  10. Fabian Kunow:Licht ins Dunkel des Irrationalen. In: Telepolis, 17. Mai 2008. Abgerufen am 17. Juli 2010.
  11. Guido Watermann: Esowatch heißt jetzt Psiram. In: Telepolis vom 13. Juli 2012.
  12.  Volker Tschuschke: Psyche. In: Freerk Baumann, Wilhelm Bloch, Elke Jäger (Hrsg.): Sport und körperliche Aktivität in der Onkologie. Springer, 2012, S. 105 (Online, abgerufen am 10. September 2012).



This article uses material from the Wikipedia article Psiram, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Thomas Poppe

Thomas Poppe (* 18. März 1952) ist ein deutscher Übersetzer und Autor von Ratgebern, u.a. zu Mondrhythmen und Mondkalendern.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Thomas Poppe ist in München aufgewachsen, hat dort sein Abitur absolviert und danach ein Studium der Amerikanistik, Zeitungswissenschaften und Politologie in der Ludwig-Maximilians- Universität aufgenommen. Studium und ausgedehnte Reisetätigkeit finanzierte er unter anderem mit Taxifahren, Übersetzen und als Sachbuchautor.[1]

Treffen mit Johanna Paungger und erste Bücher[Bearbeiten]

1988 lernte Poppe seine spätere Ehefrau Johanna Paungger (Johanna Paungger Poppe) kennen. Die aus Österreich stammende Vortragsrednerin trug sich zu dieser Zeit mit dem Gedanken über ihre Thesen und Ansichten ein Buch zu schreiben. [2][3] Dabei handelt es sich um ihre Kindheitserlebnisse und Überliefertes aus der Familiengeschichte in Bezug auf den Einfluss der Mond- und Naturrhythmen auf alles Lebendige. Ergebnis war das erste gemeinsame Buch „Vom Richtigen Zeitpunkt“ des Paars, das als Einführung in das Mondwissen gedacht war. 1993 erschien dann das Nachfolgewerk „Aus eigener Kraft“.

Publikationstätigkeit[Bearbeiten]

Gemeinsam mit seiner Co-Autorin und Ehefrau Johanna Paungger Poppe hat Poppe 11 Bücher geschrieben sowie Kalender gestaltet, die sich insgesamt über 14 Millionen Mal verkauft haben und in 24 Sprachen übersetzt wurden.[4] Paungger und Poppe beschreiben in ihren Büchern überlieferte Tiroler Bergbauerntraditionen. Sie beschäftigen sich beispielsweise mit dem Zusammenhang zwischen Haare schneiden, Bäume pflanzen, Holzarbeiten, [medizinischen] Operationen und dem entsprechenden Einfluss von Mondphasen und dem Stand des Mondes im Tierkreis.

1999 gründeten Poppe und Paungger den „Mondversand“, ein Versandhandel von Produkten, die im Einklang mit Mond- und Naturrhythmen hergestellt wurden.[5]

Werke[Bearbeiten]

  • Vom richtigen Zeitpunkt: Die Anwendung des Mondkalenders im täglichen Leben. München: Hugendubel Verlag, 1996. ISBN 3517085375
  • Aus eigener Kraft: Gesundsein und Gesundwerden in Harmonie mit Natur- und Mondrhythmen. München: Goldmann Verlag, 1993. ISBN 3442139724
  • Alles Erlaubt!: Zum richtigen Zeitpunkt; Ernährung und Körperpflege in Harmonie mit Mond- und Naturrhythmen. München: Goldmann, 1998. ISBN 3442169097
  • Die Mondgymnastik: Sanfte Übungen für natürliche Gesundheit im Wellenschlag von Mond- und Naturrhythmen. München: Goldmann, 2003. ISBN 3442165709
  • Der Mond im Haus: Renovieren, Hausbau, Holzverarbeitung zum richtigen Zeitpunkt. München: Goldmann, 2001. ISBN 3442162785
  • Das Mondlexikon: Vom richtigen Zeitpunkt. Kreuzlingen: Hugendubel, 2000. ISBN 3442150728
  • Der lebendige Garten: Gärtnern zum richtigen Zeitpunkt – in Harmonie mit Mond- und Naturrythmen. München: Goldmann, 2004. ISBN 3442170230
  • Fragen an den Mond. München: Goldmann, 2011. ISBN 3442391881
  • Das Tiroler Zahlenrad – Das Geheimnis unserer Geburtszahlen. München: Goldmann, 2010. ISBN 3442170893
  • Das Buch der Lebenschancen. München: Goldmann, 2013. ISBN 3442173981

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paungger, Johanna. Poppe, Thomas. „Pressecorner – Steckbrief.“ Paungger-Poppe.com. Paungger & Poppe LLC, n.d. Web. 4. Januar 2013
  2. Gatterburg, Angela. „So ein Schmarrn.“ Der Spiegel [Hamburg] Jan. 1997: n. pag. Der Spiegel.de. Web. 30 Dec. 2012.
  3. Kirschner, Ingrid. „Des Mondes Sanfte Gewalt.“ Tirolerin. April, 1994: n.d.: n. pag. Print.
  4. Paungger, Johanna. Poppe, Thomas.“Über uns”. Paungger-poppe.com. Hanousek, Sylvia. 2001. Paungger & Poppe LLC. 30.Dec. 2012
  5. Paungger, Johanna. Poppe, Thomas. Haas, Joey. Krueger-Haas, Melanie. Paungger&Poppe LLC. Mond-Versand (Herbst 2012-Winter 2013). Katalog. Print



This article uses material from the Wikipedia article Thomas Poppe, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Prälogik

Prälogik ist ein veralteter kulturwissenschaftlicher Begriff, der von Lucien Lévy-Bruhl stammte und dazu diente, nichteuropäische Denkformen gegenüber einer sogenannten europäischen Logik abzuwerten.

Für Friedrich Keiter sind alle Mythologien prälogisch: „Prälogik heißt freilich nicht, daß die zugehörigen Menschen überhaupt nicht denken, sondern nur, daß sie die logische Architektur und die Kritik der Wirklichkeit und Wahrheit nicht in Bereiche vortragen, die soweit jenseits der Praxis des Alltages liegen und so anderes bedeuten wie die [Mythologien]“.[1]

Gemäß Heinrich Harmjanz besagt der Levy-Bruhlsche Begriff der Prälogik „daß das Individuum wohl den Widerspruch nicht aufsucht, ihn aber auch nicht vermeidet in Dingen“; daher liegen die Dinge für die Übertragung des Begriffs ‚Prälogik‘ auf ‚Prämoral‘ ähnlich.[2]

„Prälogik ist gebunden an das Individuum wie Gemeinschaft/Gesellschaft, Moral aber nur ein Ergebnis der Gemeinschaft/Gesellschaft und nur hier möglich.“

Heinrich Harmjanz Volk, Mensch und Ding. Ost-Europa-Verlag, 1936, S. 78

Winfried Nöth wendet den Begriff in der Semiotik an.[3]

Klaus Neumann zitiert die Kritik, dass die Prälogik gar keine Prä-Logik ist, sondern ganz gesunde Logik, die auf abergläubische Tatsachen-Annahmen angewendet wird.[4]

Jean Piaget deutete den Begriff hin zur perzeptiven Prälogik um.[5]

Der Begriff spielt auch in der Esoterik eine Rolle.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Friedrich Keiter: Rasse und Kultur: eine Kulturbilanz der Menschenrassen als Weg zur Rassenseelenkunde. 3, F. Enke, 1940, S. 120.
  2.  Heinrich Harmjanz: Volk, Mensch und Ding: Erkenntniskritische Untersuchungen zur volkskundlichen Begriffsbildung. In: Schriften der Albertus-Universität: Geisteswissenschaftliche Reihe. 1, Ost-Europa-Verlag, 1936, S. 77.
  3.  Winfried Nöth: Dynamik semiotischer Systeme: vom altenglischen Zauberspruch zum illustrierten Werbetext. Metzler, 1977, ISBN 3-476-00370-1, 5. Prälogik in Reklame und Schizophrenie, S. 66–ca. 79.
  4.  Klaus Neumann: Das Fremde verstehen – Grundlagen einer kulturanthropologischen Exegese. 2, LIT Verlag, Münster 2000, ISBN 3-8258-4261-4, S. 772.
  5.  Die Entwicklung des Erkennens III: Das biologische Denken. Das psychologische Denken. Das soziologische Denken. In: Gesammelte Werke (Studienausgabe). 10, Klett-Cotta, 1975, ISBN 3-12-929200-4, S. 139 und 156.
  6.  Harald R. Meder: Dialog mit dem Zauberspiegel. Lesestudio, 2005, ISBN 3-9809246-4-5, 11. Kapitel: Einmaleins der Prälogik, S. 60–65.



This article uses material from the Wikipedia article Prälogik, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Planetentöne

Planetentöne sind Töne, deren Frequenz auf der Basis von Rotations- oder Umlaufszeiten von Planeten unseres Sonnensystems oktavanalog berechnet werden (Sonifikation). Die Beschäftigung mit ihnen beruht auf dem Wunsch einiger Musiktheoretiker, ein Tonsystem zu erhalten, das auf astronomischen periodischen Prozessen beruht. Letztendlich gehen solche Bestrebungen auf ein zahlenorientiertes kosmisches Harmonie- und Ordnungsdenken zurück, das man bereits bei den Pythagoreern, Platon und Aristoteles findet und das im christlichen Schöpfungsdenken fortgesetzt wird („Gott hat alles wohlgeordnet“), in der naturwissenschaftlichen Physik aber keinen Platz mehr hat. Neuzeitlich treten pseudowissenschaftliche Energie- und Heilungsideen hinzu. Die Idee, dass Planeten durch ihren Umlauf tatsächlich „Sphärenklänge„, also irgendeine Art von Musik, erzeugen, gilt heute als nicht naturwissenschaftliche, widerlegbare Hypothese.

Die aus den Daten der Erde errechneten Töne werden im Allgemeinen ebenfalls den Planetentönen zugeordnet. Die Tonhöhe (Frequenz) wird willkürlich durch sukzessive Verdoppelung (Oktavierung) der astronomisch bestimmten Rotations- oder Umlaufrequenzen festgelegt, bis ein für das menschliche Ohr gut hörbarer Frequenzbereich erreicht ist. Die Töne finden in der westlichen Esoterik-Szene Verwendung.

Geschichte[Bearbeiten]

Johannes Kepler setzte sich mit dem antiken Gedankengut der Sphärenklänge mit seinem Werk „Harmonice Mundi“ (hier: Ausgabe Linz 1619) auseinander

Die Frage, wie man „Sphärenharmonien“ möglichst naturgetreu bzw. in höchstmöglicher Analogie zur Natur musikalisch darstellen kann, beschäftigte u. a. den Musikwissenschaftler Hans Cousto in den späten 1970er Jahren. Ihm war bekannt, dass Johannes Kepler die Relationen der Bahngeschwindigkeiten der Planeten im Aphel und Perihel musikalischen Intervallen zuordnete, doch die Frage eines möglichen Grundtones konnte Kepler mit seiner Vorgehensweise nicht lösen. Es wurde versucht, einen oder mehrere Grundtöne zu finden, die eine Analogie zur Natur haben und nicht mit dem heute üblichen Kammerton von 440 Hz übereinstimmen. So kam Cousto auf die Idee, astronomisch bekannte Rotationsperiodenzeiten oder Umlaufperiodenzeiten der Erde um die Sonne auf Basis arbiträrer Zeiteinheiten in den menschlichen Hörbereich zu überführen.

Der Musikjournalist und Sachbuchautor Joachim Ernst Berendt nannte die Planetentöne in seinem Buch „Das dritte Ohr – Vom Hören der Welt“ (1988) auch „Urtöne“. Ebenso gab Berendt mehrere Musikproduktionen unter dem Namen „Urtöne“ heraus, die alle auf diesen Planetentönen basierten.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Planetentöne werden vor allem in der Esoterikszene angewandt. Für diesen Markt werden Klangschalen, Gongs, Stimmgabeln und ähnliche Klangerzeuger mit den jeweiligen Tönen zur Verwendung bei Meditationen hergestellt. Stimmgabeln mit den planetaren Eigenfrequenzen werden auch naturheilkundlich in der Phonophorese (Stimmgabel-Tonpunktur) angewendet.

Vereinzelt finden diese Frequenzen Anwendung in der Musik, vorwiegend bei Meditationsmusik und Psytrance. Der Pianist und Komponist Matthias Junken entwickelte eine Planetentonreihe, indem er die Rotationsfrequenzen der Planeten durch Multiplikation mit dem einheitlichen Faktor 100 Millionen in für das menschliche Gehör wahrnehmbare Töne umsetzte. In einem Fernsehinterview über Unendlichkeitsvorstellungen in der Musik im Jahr 2002 bezeichnete er dieses Tonsystem, bei dem Pluto noch als neunter Planet mit inbegriffen war, als „Neunertonleiter, die man nach dem griechischen Zahlwort ἐννέα [ennéa, dt. neun] Enneatonik nennen könnte.“[1] Seit 2012 arbeitet er gemeinsam mit Filmschaffenden an einer audiovisuellen Umsetzung seiner Planetentonreihe in die Videoinstallation „Enneatonik“ als filmästhetisch-musikalisches Experimentalkunstwerk.

Berechnung der Tonhöhe[Bearbeiten]

Jeder Planet hat durch seine Umlaufbahndauer und Selbstumdrehungsdauer eine bestimmte Frequenz weit unter 1 Hz. Vervielfacht man diese Frequenz, so kann man damit in einen hörbaren (20 Hz .. 20 kHz) oder sichtbaren Bereich (380..700 nm Wellenlänge) kommen.

Um die Tonhöhe in Hertz festzulegen, wird zunächst die -durchschnittliche- Dauer einer Umdrehung des Planeten in einer willkürlich gewählten Zeiteinheit, zum Beispiel in Sekunden, ermittelt. Dies ist am Beispiel des Oktavtones der Erdrotation gut zu erklären:

Ein mittlerer Sonnentag hat etwa 24 Stunden à 60 Minuten à 60 Sekunden, insgesamt also 86.400 Sekunden. Hieraus kann man dann den Kehrwert der Periodendauer errechnen:

(86400 s)−1=1,1574 ·10−5 Hz (Tagesfrequenz der Erde)

Die errechnete Frequenz ist zu niedrig um vom menschlichen Gehör wahrgenommen werden zu können, zumal sie auch nicht als Schallwelle vorliegt, und somit unabhängig von ihrer Frequenz sowieso kein hörbarer „Ton“ ist.

Das Ohr kann nur Frequenzen im Bereich von 16 Hz bis 19.000 Hz hören. Daher wird die Frequenz solange verdoppelt (oktaviert) oder auf andere willkürliche Weise multipliziert, bis eine gut hörbare Frequenz erreicht ist. Der Kehrwert der Periodendauer der Erdrotation kann beispielsweise 24 Mal verdoppelt werden, um vom Gehör gut wahrgenommen zu werden:

1,1574 ·10−5 Hz · 224 = 1,1574 ·10−5 Hz · 16777216 = 194,179497984 Hz ≈ 194,18 Hz

Planetentonfrequenzen[Bearbeiten]

Siderische Planetenumläufe

Planet/
Zwergplanet
Umlaufzeit [h] Grundton [Hz] Oktaven Planetenton [Hz]
Merkur 2111,3 131,57·10-9 30 141,27
Venus 5392,8 51,51·10-9 32 221,23
Erde 8766,2 31,69·10-9 32 136,10
Mars 16488 16,85·10-9 33 144,72
Jupiter 103982,1 2,67·10-9 36 183,58
Saturn 258221 1,08·10-9 37 147,85
Uranus 736462 3,77·10-10 39 207,36
Neptun 1444503 1,92·10-10 40 211,44
Pluto 2177573 1,28·10-10 40 140,25

TV-Sendungen[Bearbeiten]

  • BR Alpha, 2000: Die Harmonie der Planeten, 30 min.
  • BR Alpha, 2002: Ideen von Unendlichkeit – In der Musik, 15 min, dritter von drei Teilen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Cousto: Die Kosmische Oktave. Synthesis Verlag, Essen 1984. ISBN 3-922026-24-9
  • Hans Cousto: Die Töne der Kosmischen Oktave. Verlag Simon + Leuner, Berlin 1989. ISBN 3-922389-45-7
  • Joachim Ernst Berendt: Das dritte Ohr. Vom Hören der Welt. Neuauflage 2008, Traumzeit-Verlag, Battweiler, ISBN 978-3-933825-67-4
  • Wolfgang Martin Stroh: Handbuch New Age Musik. ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg 1994. ISBN 3-930079-40-2
  • Ravi Shankar: Meine Musik, mein Leben. Nymphenburger Verlagshandl., München 1969
  • Künne, Thomas: Die Schwingung der Archetypen. Die Resonanz der Planetentöne in Astrologie, Mythologie und Klangarbeit. 2010, Traumzeit-Verlag, Battweiler, ISBN 978-3-933825-87-2

Weblinks[Bearbeiten]

Die beiden Labels Klangwirkstoff Records und Planetware Records arbeiten direkt mit Hans Cousto zusammen und veröffentlichen Planetentöne, also Musik die auf Basis der Kosmischen Oktave komponiert wird:

http://www.klangwirkstoff.de/html-de/kosmischeoktave.html

http://www.planetware-records.de/de/musik/alle.html

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Junken, in: Ideen von Unendlichkeit – In der Musik, BR Alpha, 2002.



This article uses material from the Wikipedia article Planetentöne, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Platz-Experiment

Als Platz-Experiment werden in der parapsychologischen Literatur eine Reihe von Experimenten zur Präkognition bezeichnet, die unter anderem von und mit dem holländischen Hellseher Gerard Croiset (1909-1980) in den Fünfziger- und Sechziger-Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden.

Die ersten Experimente[Bearbeiten]

Das erste Experiment dieser Art führte im Jahre 1926 der Parapsychologe Eugène Osty (1874-1938) durch[1].

Im Juni 1953 wurde von Hans Bender und W.H.C. Tenhaeff der Ansatz dieser Experimente wieder aufgegriffen und in einer Pfälzer Volkshochschule ein neues Experiment dieser Art durchgeführt. Croiset und die beiden Leiter des Experimentes hatten für einen bestimmten Abend einen Raum in der dortigen Volkshochschule gebucht und die Öffentlichkeit zu einem Experiment ohne nähere Angaben eingeladen. Am Tag der Veranstaltung zeichnete Croiset in Neustadt an der Weinstraße einen Bestuhlungsplan des Raumes in der Volkshochschule Pirmasens und kreuzte darauf den Platz 73 an. Daraufhin machte er sehr detaillierte Angaben über die Person („Zielperson“), die am Abend des Tages sich auf diesen Platz setzen würde, die sich nicht nur auf das Aussehen, die Bekleidung, das Alter und Geschlecht bezogen, sondern auch auf sehr genaue Einzelheiten der Biografie. Am Abend der Veranstaltung erschienen 250 Personen, die in freier Wahl sich auf die vorhandenen Plätze setzten. Die von Croiset beschriebene Zielperson saß jedoch nicht auf Platz 73 sondern zwei Plätze weiter. Bei einer anschließenden Befragung bestätigte diese die persönlichen Details in den Einzelheiten.

Spätere Versuche[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Als „Quellen“ sind die Wikipedia-Artikel zu SDR und BBC gänzlich ungeeignet. Der Abschnitt ist also komplett ohne Quelle und kann daher schneller gelöscht werden als ein Abschnitt, bei dem nachprüfbare Quellen existieren.

Die Methode dieses Platz-Experiments wurde in der Folge weiterentwickelt. Die Auswahl der Versuchspersonen und der Plätze erfolgte später durch Zufallsverfahren und die Aussagen der Zielpersonen wurden allen Teilnehmern der Experimente und einer Kontrollgruppe zur Stellungnahme vorgelegt. 1968 unternahm der US-amerikanische Psychoanalytiker und Parapsychologe Jule Eisenbud mit Croiset einen transatlantischen Platz-Versuch, bei dem Croiset in Utrecht angab, wer später in Denver auf einem bestimmten, durch Los gewählten Stuhl sitzen würde. Versuche wurden auch mit Studenten am Institut für Parapsychologie an der Universität Utrecht durchgeführt. Croiset machte Angaben zur Zielperson, wobei es Übereinstimmungen, jedoch auch Abweichungen gab. Manchmal scheiterte das Experiment auch vollständig. Durch im Fernsehen, 1955 im Süddeutscher Rundfunk und 1967 im BBC übertragene Versuche wurde das Platz-Experiment auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ParaSearch/Lexikon



This article uses material from the Wikipedia article Platz-Experiment, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Pfad zur linken Hand

Der Baphomet (von Éliphas Lévi), eine adoptierte Figur einiger LHP-Religionen

Als Pfad zur linken Hand, Pfad der linken Hand oder Left-Hand Path (LHP) werden verschiedene religiöse (auch okkulte oder magische) Ausrichtungen bezeichnet, die dem etablierten, „rechten“ Glauben gegenüberstehen. Die begriffliche Unterscheidung des Pfades zur Linken Hand (Sanskrit: „Vama Marga“) und des Pfades zur Rechten Hand (sanskrit: „Dakshina Marga“) stammt ursprünglich aus dem HinduTantra. „Vama“ kann sowohl mit „linke (Hand)“ als auch mit „Frau“ übersetzt werden, „Marga“ mit „Weg“ oder „Pfad“.

Der LHP steht im Gegensatz zum stärker verbreiteten „Right Hand Path“ (RHP) für die Bejahung der weltlichen Existenz und der Vergöttlichung des individuellen Ichs. Da die linke Hand ein interkulturell verständliches Symbol sein kann, ist der LHP gut als Universalbegriff geeignet, um westliche Strömungen wie etwa Thelema, Satanismus, Setianismus, Midgardorden oder Saturngnosis unter einer gemeinsamen Kategorie einzuordnen.

Vama Marga[Bearbeiten]

Etymologisch lässt sich der Begriff des Vama Marga primär auf zwei bestimmte Aspekte zurückführen:

  • In Indien besteht nicht immer die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Deshalb werden dort gemäß der Tradition alle schmutzigen bzw. unhygienischen Tätigkeiten mit der linken Hand ausgeführt. Die rechte Hand bleibt sauber bzw. „rein“, weshalb sie zur Nahrungsaufnahme usw. verwendet wird.
  • Die Energie des Weiblichen wird im Tantra der linken Seite zugeordnet. Bei tantrischen Sexualriten, welche im originären LHP von entscheidender Wichtigkeit sind, wird die Frau daher zur linken Seite des Mannes positioniert.

Aus diesem Grunde wird die linke Seite in Indien sowohl mit der Überschreitung gesellschaftlicher Tabus als auch der dynamischen Energie der Shakti assoziiert. So ist einem Hindu, der den Pfad zur rechten Hand beschreitet rituell verboten: Fleisch (मांस, Mamsa), Fisch (मत्स्य, Matsya), berauschende Mittel wie Alkohol (मद, Mada). Diese Dinge sind umgekehrt einem, der den linken Pfad beschreitet, nicht nur erlaubt, sondern als Bestandteil der religiösen Praxis sogar geboten.

Es lassen sich jedoch auch in anderen Kulturen Parallelen finden. So bedeutet etwa das lateinische Wort „sinister“ sowohl „links“ als auch „dunkel, finster“.

Linkshändiges oder rotes Tantra bedeutet im Zusammenhang mit dem westlichen Neotantra, dass in den Seminaren der betreffenden Tantraschule sehr viel mit sexuellen Übungen gearbeitet wird, die auch den Geschlechtsverkehr einschließen können. Dies ist allerdings nur bei wenigen westlichen Tantraschulen der Fall.

Stephen Flowers[Bearbeiten]

Stephen Flowers skizziert in seiner Abhandlung Lords of the Left-Hand Path ein interkulturelles Modell des LHP, das wie folgt aufgebaut ist:

Das Universum ist die Gesamtheit allen Seins. Für das menschliche Subjekt untergliedert es sich in das Erkennbare und das Unerkennbare. Dieses komplexe Modell gestattet zumindest zwei basale Unterscheidungskategorien:

  • Das Objektive Universum (OU) ist der Kosmos bzw. die Weltordnung. Der Mensch ordnet ihm für gewöhnlich bestimmte Gesetze bzw. Konstanten in Raum und Zeit zu. Das OU kann sowohl mit der „Natur“, als auch – in pantheistischen Strömungen – mit Gott identifiziert werden. Orthodoxe Religionssysteme postulieren die Möglichkeit der Vereinigung eines Subjekts mit dem OU mittels mystischer Riten, während die modernen Naturwissenschaften eine präzise, rationale Erfassung des OUs anstreben. Das OU ist der Ursprung aller Materie.
  • Das Subjektive Universum (SU) ist die „Welt“ einer jeden empfindsamen Entität. Es gibt so viele subjektive Universen, wie es empfindsame Wesen gibt. Eine Erfahrung des objektiven Universums ist in der Regel nur indirekt (gefiltert durch die Wahrnehmung des subjektiven Universums) möglich. Das SU scheint nicht denselben Gesetzen wie das OU unterworfen zu sein, da es auf mentalen Prozessen basiert. In diesem Sinne ist das SU „unnatürlich“ bzw. „akosmisch“.

Die „Unnatürlichkeit“ des subjektiven Universums wird besonders dort explizit, wo menschliche Subjekte eine künstliche Veränderung in der physikalischen Welt herbeiführen – Bauwerke, Kunst, politische Strukturen, Literatur usw. Dies erfordert ein reflexives Bewusstsein. Obgleich an dieselben materiellen Grundlagen des objektiven Universums gebunden, gibt es keine völlig identischen subjektiven Universen.

Wir finden in allen subjektiven Universen eine universelle Gemeinsamkeit – die Separation vom objektiven Universum, die durch das Bewusstsein eingeleitet wurde. Dieses Prinzip der Separation ist zugleich eine Qualität des objektiven Universums. Wir können hier von einem ontologischen Prinzip der „Isolierten Intelligenz“, dem separaten Subjektiven Universum „an sich“, sprechen.

Westliche religiöse Strömungen des Pfades zur Linken Hand identifizieren die „Isolierte Intelligenz“ als Archetyp mit einer bestimmten göttlichen Entität. Personifiziert kann die „Isolierte Intelligenz“ auch mit dem westlichen Begriff des „Fürsten der Finsternis“ bezeichnet werden. Mythologische Ausformungen des „Fürsten der Finsternis“ sind z.B. Seth, Satan oder Tezcatlipoca.

Adepten des Pfades zur Linken Hand erfüllen zwei Hauptkriterien: Apotheose und Antinomismus:

LHP-Systeme können entweder auf eine souveräne Position in der materiellen Welt („objektivistisch„) oder auf eine absolute Separation vom objektiven Universum („transzendent„) ausgerichtet sein. Es gibt natürlich auch Positionen, die sich zwischen diesen beiden Extremen befinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert E. Svoboda: Aghora. At the Left Hand of God. Brotherhood of Life, Las Vegas 1986, ISBN 0-914732-21-8
  • Stephen E. Flowers: Lords of the Left-Hand Path. Rûna-Raven Press, Smithville (Texas) 1997, ISBN 1-885972-08-3
  • Julius Evola: Die Grosse Lust. Metaphysik des Sexus. Fischer Media, Bern 1998, ISBN 3-85681-406-X
  • David Kinsley: Die indischen Göttinnen. Insel, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-458-34316-4
  • Nikolas Schreck, Zeena Schreck: Demons of the Flesh. The Complete Guide to Left-Hand Path Sex Magic. Creation Books, New York 2002, ISBN 1-84068-061-X
  • Frank Lerch: Ouroboros Files. Schlangengedanken zum linken Pfad. Bohmeier, Lübeck 2002, ISBN 3-89094-353-5
  • Lars Dickhoff: Der Pfad zur linken Hand, eine indoeuropäische Tradition. In: AHA Vision & Voice des neuen Äons 3/02, S. 58–61
  • Thomas Lückewerth: Vama Marg. Der Pfad der Linken Hand. In: Die Dunkelheit enthüllen. Schleierwelten, Wyk auf Föhr 2006, ISBN 3-937341-21-8



This article uses material from the Wikipedia article Pfad zur linken Hand, which is released under the Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.
Wordpress SEO Plugin by SEOPressor

Schule für Spirituelles Heilen | Ausbildung Spirituelles Heilen| Akademie Spirituelles Heilen, Seminar Spirituelles Heilen | zertifiziertes Spirituelles Heilen